Wenn es in diesem Jahr etwas gibt, das einen heil durch die Vorweihnachtszeit bringen kann, dann ist es Billy Bob Thornton als saufender, kotzender, pissender, pöbelnder und (last but not least) kleine Kinder verprügelnder Weihnachtsmann. Der "Weihnachtsfilm" hat schon einige Stadien der Pervertierung hinter sich, aber was Regisseur Terry Zwigoff mit "Bad Santa" veranstaltet, ist mit exzentrisch nur unzulänglich beschrieben. Der Film schlägt geradezu ins Surreal-Fäkalistische. Zwigoff ist seine Weihnachtsgeschichte mit der Sensibilität eines Fans amerikanischer Underground-Comics (die Dokumentation "Crumb" und die Adaption von Daniel Clowes Kult-Comic "Ghost World" gehen ebenfalls auf sein Konto) angegangen. Er hat seinen Dickens verstanden und ihn konsequent ins Gegenteil verkehrt.
Thornton spielt einen Penner, der sich jedes Jahr zu Weihnachten zusammen mit seinem kleinwüchsigen, afroamerikanischen Partner ("the angry elf") in Shopping-Malls als Santa Claus anheuern lässt, um zum Höhepunkt des Geschäftsrummels die Safes leer zu räumen. Mit Kindern hat er es nicht so und auch sonst gibt er keine Vorbildfigur ab. Zwischen zwei Schüben von Grundschulklassen vögelt er in der Umkleidekabine übergewichtige Kundinnen und wenn er mal wieder die Nacht durchgesoffen hat, kommt er am nächsten Morgen im vollgepissten Weihnachtsmann-Outfit zur Arbeit.
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