Dass die Titanic am Ende untergehen wird, wussten die Zuschauer, bevor sie sich James Camerons Drama ansahen. Ebenso klar ist, wenn Hitlers letzte Tage im Bunker der Berliner Reichskanzlei geschildert werden, dass am 30. April 1945 Deutschland in Trümmern liegt und dass der selbst ernannte Führer mit einem Einschussloch im Kopf in einem Erdloch zu nichts verbrennt. Alles andere wäre grober Unfug.
Zu solchem sind Drehbuchautor und Produzent Bernd Eichinger und sein Regisseur Oliver Hirschbiegel glücklicherweise nicht aufgelegt. Nahezu alles, was sie in "Der Untergang" zeigen, ist historisch verbürgt. Hitlers Sekretärin Traudl Junge und Starhistoriker Joachim Fest sind die unstrittigen Gewährsleute, auf die sich Eichinger und Hirschbiegel stützen. Geschichtsklitterung wird man ihnen folglich nicht vorwerfen können. Wohl aber, mit der Zeit und der Aufmerksamkeit ihrer Zuschauer allzu sorglos umgegangen zu sein. Schließlich will "Der Untergang" ein Spielfilm sein, soll als solcher fesseln, emotionale Verstrickungen aufzeigen und ein Stück Menschendrama durchdeklinieren. Dazu reicht es nicht, sprechende Köpfe zu zeigen, wie es in "Der Untergang" mit seinen strapaziösen 150 Minuten Lauflänge viel zu oft der Fall ist.
Im Fall von "Titanic" ist man dieser Gefahr entgegengetreten mit einer bewegenden Liebesgeschichte, die sich zur Heldentragödie gesteigert hat. Eichinger und Hirschbiegel aber haben keine Helden parat. Dass sie deshalb weitgehend darauf verzichten, ihre Geschichte zu personalisieren, Schicksale zu schaffen, in die man sich als Zuschauer hineinfühlen kann, ist jedoch nicht verzeihlich.
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