A Bride of the Seventh Heaven

Einsame Himmelsbraut

Kinostart: 16.9.2004 | Silke Kettelhake | Kommentar schreiben | Artikel drucken
Am eisigen Ende der Welt, in der kargen Tundra auf der Halbinsel Jamal, wo die Grenze zwischen Finnland und Russland verwischt, da stapft ein kleines blindes Mädchen aus der Jurte. Wie jeden Tag hangelt sich Ilne an einer Leine den Weg entlang zu der alten Frau, zu den Geschichten über das reiche, einsame Leben als auserwählte Gottesbraut: "Wo der Fluss Seregg Ngyne entspringt, dort begann sie, die sieben Zöpfe hat und eine Krone aus Metall, zu singen. Sie ist eine Braut Gottes. Über drei Flüsse hinweg können die Menschen das Klingeln ihrer Schlittenglocken hören ..."
Wie ein großes, weises Muttertier lagert die alte Frau inmitten ihrer Felle und Decken. Das kleine Mädchen schmiegt sich an sie und es entstehen in Rückblenden die wundersamsten Bilder von Geburt, Kindheit und Liebe einer Gottesbraut: In der immer noch lebendigen Kultur der Nenet kann ein Mädchen dem Gott des Himmels Num versprochen werden - für drei, vier oder gar fünf Mal sieben Jahre ihres Lebens. Ist die Zeit abgelaufen, kann sie heiraten und ein normales Leben führen. Doch dafür war es für die Erzählerin zu spät. Ihr Name lautet Numd Syarda, was soviel bedeutet wie "an den Himmel geknüpft" oder "eingesperrt".

Die Ethno-Bilder sind voller Mystik, was durch den teilweise recht penetranten Musikeinsatz mittels Didgeridoo und Obertongesang noch verstärkt wird. Doch ein wenig fehlt einem in "A Bride of the Seventh Heaven" der realistische Blick auf das Leben als Frau in der Gemeinde des so genannten Naturvolks. Anastasia Lapsui, die zusammen mit Markku Lehmuskallio den Film realisiert hat, wuchs auf der Halbinsel Jamal auf. Als junges Mädchen war sie für Jahre blind.
Silke Kettelhake

(Jumalan Morsian) Finnland 2003, Regie: Markku Lehmuskallio, Anastasia Lapsui, Buch: Anastasia Lapsui, mit Jana Hudi, Ljubov Lapsui, Angelina Serotetto, Viktoria Hudi, Juri Toholja, Grigory Anaguritchi, Vera Horotetto, Viktor Hudi, Kinostart: Freunde der deutschen Kinemathek

Foto: Verleih


http://home.snafu.de/fsk-kino/archiv/Jumalan.html
Mehr über den Film auf der Website des deutschen Verleihs
www.imdb.de
Infos zum Film in der Internet Movie Database
www.filmz.de
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