The Invisible Men

Keine Freiheit, nirgends

Kinostart: 2.5.2013 | Caroline Schaper | Kommentar schreiben | Artikel drucken

Louie ist 32 und lebt seit zehn Jahren in Tel Aviv. Abdu ist 24, er wird Tel Aviv in einer Woche verlassen. Faris ist 23 und gerade in Tel Aviv angekommen. Die Männer haben dreierlei gemeinsam: Sie sind Palästinenser, sie sind schwul und sie sind illegal in Israel. Wären sie in Palästina geblieben, hätten ihre Familien sie getötet oder die nationalen Sicherheitskräfte sie gefoltert. In Tel Aviv jedoch sind sie als Palästinenser illegal. Werden sie erwischt, müssen sie zurück nach Palästina.

Tel Aviv gilt als die liberalste Stadt im Nahen Osten, aber ein lebenswertes Leben können die drei Männer dort nicht führen: Sie wohnen unter falscher Identität, vermeiden Hauptstraßen mit Polizeikontrollen, verstecken sich tagsüber meist hinter ihren zugezogenen Fenstern und benutzen nachts nur Taxis. Das Schlimmste ist: Sie wissen nicht, dass es andere wie sie überhaupt gibt.

"Ich wollte immer wissen, wie es ist, schwul zu sein auf der anderen Seite der Mauer, in den besetzten Gebieten", erklärt Mozer gleich zu Beginn des Films. Sein persönliches Interesse gibt dem Film eine Stimme, die dem Verlauf der Handlung einen Rahmen verleiht.

"The Invisible Men" ist ein Film, der von den Erlebnissen seines Hauptprotagonisten getragen wird. Die Bildsprache gibt dabei mindestens so viel Aufschluss über Louies Lebenssituation wie seine Worte: nächtliche Dunkelheit, grelle Flutlichter, wackelige Zooms und Ausschalten, wo Filmen nicht erwünscht ist. Yariv Mozer eröffnet mit diesem politischen Film ein Thema, das bisher verschwiegen wurde. Aber er hat diesen Film vor allem dem Mut seiner drei Protagonisten zu verdanken.
Caroline Schaper

The Invisible Men (Dokumentarfilm), Israel, Niederlande 2012, Regie: Yariv Mozer, Buch: Adam Rosner, Yariv Mozer, ab 12, 69 min, Kinostart: 2. Mai 2013 bei GMfilms

Foto: © GMfilms



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