Solang ich lebe

Echte Küsse

Kinostart: 15.11.2012 | Ingrid Beerbaum | Kommentar schreiben | Artikel drucken

"Der Mann, der nicht sterben kann", nennen die Kollegen beim Militär den verschlossenen Bombenentschärfer Samar (Shah Rukh Khan). Tagtäglich geht er mit ruhiger Entschlossenheit seinem Job nach und zeigt weder Furcht noch andere Emotionen. Das fasziniert auch die lebenslustige Akira (Anushka Sharma), als sie ihm eines Tages begegnet. Noch interessanter ist allerdings sein Tagebuch, das ihr zufällig in die Hände fällt und ihr den Grund für sein finsteres Auftreten offenbart. Zehn Jahre zuvor war Samar noch ein unbekümmerter Straßenmusiker in London und unsterblich in die reiche Kaufmannstochter Meera (Katrina Kaif) verliebt, die seine Gefühle auch erwiderte. Bei einem Autounfall wird Samar jedoch schwer verletzt, und um ihn zu retten gibt die strenggläubige Christin Meera Gott das Versprechen, nun alles zu tun, was ihr Vater verlangt, und wenn es die Hochzeit mit einem anderen ist. Die plötzliche und für ihn unverständliche Wandlung Meeras treibt ihn zurück nach Indien, wo er von nun an jeden Tag mutwillig sein Leben riskiert, das ihm nichts mehr wert scheint, bis ihn ein Zufall erneut nach London führt.

"Solang ich lebe" ist der letzte Film des im Oktober plötzlich verstorbenen großen Bollywood-Regisseurs Yash Chopra. Wie bei allen letzten Werken ist man gewillt, dieses auch als eine Art Vermächtnis zu sehen. Als Alterswerk kann man "Solang ich lebe" wohl betrachten, denn der Streifen ist eine fast dreistündige Feier des Lebens und der Liebe mit vielen überraschenden Wendungen, so wie es sich für einen echten Bollywood-Film gehört. Natürlich zeigen die Bilder London und den Punjab, in dem Samar seinen Dienst tut, von der besten, sonnigen Seite. Und Sharukh Khan kann einmal mehr als Herzensbrecher gleich für zwei Frauen brillieren, denn selbstredend erliegt auch die junge Akira Samars Raubeincharme. Allerdings unterscheidet er sich von den üblichen und beliebten knallbunten Tanzfilmen. Chopra, der bereits in "Veer und Zaara" eine Liebesgeschichte vor dem politisch brisanten Hintergrund des Pakistankonflikts erzählte, hinterfragt nämlich ganz nebenbei die Sinnhaftigkeit insbesondere der christlichen Religion und deren strikte Regeln und lässt seine Figuren diese durch die alleinige Kraft der Liebe überwinden. Aber natürlich wird auch viel getanzt und sogar richtig geküsst in dieser überaus herzerwärmenden Geschichte. Genau das Richtige für kalte Winterabende.
Ingrid Beerbaum

(Jab Tak Hai Jaan) Indien 2012, Regie: Yash Chopra, Buch: Devika Bhagat, Aditya Chopra, mit Shah Rukh Khan, Katrina Kaif, Anushka Sharma, Anupam Kher, Rishi Kapoor u.a., OmU, 175 min, Kinostart: 15. November 2012 bei RapidEyesMovies

Foto: © RapidEyesMovies



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"Jab Tak Hai Jaan" – die offizielle Filmwebseite (englisch)
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