Die Ökonomie des Glücks

Globalisierung? Nein danke!

Kinostart: 1.11.2012 | Melanie Dorda | Kommentar schreiben | Artikel drucken

Globalisierung als Ursache von Fundamentalismus, Klimakatastrophe und Depressionen? Das ist erst der Anfang, glaubt man dem Film von Helena Norberg-Hodge, Steven Gorelick und John Page von der Non-Profit-Organisation International Society for Ecology and Culture. Sie definieren Globalisierung als Deregulierung des Handels und der Finanzwirtschaft, damit Firmen und Banken weltweit operieren können, sowie als Entstehung eines globalen Binnenmarktes, der von transnationalen Unternehmen beherrscht wird. Die sind so einflussreich, dass sie nicht nur die Politik, sondern mit ihrem Marketing auch die Weltanschauung der Menschen beeinflussen, um zum Konsum zu animieren. Die Öffnung der Märkte und Bevorteilung der großen Konzerne durch Subventionierung führt zum Zusammenbruch kleiner lokaler Anbieter, zu mehr Wettbewerb und Stress, Umweltverschmutzung und Verschwendung von Ressourcen. Die Menschen entfremden sich voneinander, von der Natur und ihrer Arbeit – sogar von sich selbst. So die Quintessenz des Films.

Helena Norberg-Hodge wurde 1986 für das Ladakh-Projekt, eine Selbsthilfe-Initiative im indischen Himalaya-Staat Ladakh, mit dem Alternativen Nobelpreis ausgezeichnet. Seit 1975 hat sie viel Zeit in der agrarisch geprägten Gesellschaft verbracht, sie als glücklich und im Einklang mit Natur und Tradition erlebt. Mit der Industrialisierung und Öffnung für Import-Güter kamen Arbeitslosigkeit, Umweltverschmutzung und Armut ins Land. Norberg-Hodge will mit ihrem Projekt wieder die lokale Ökonomie und Gemeinschaft stärken, um den Einklang wiederherzustellen. Das Beispiel von Ladakh soll im Kleinen zeigen, welch verheerende Folgen die Globalisierung auf eine intakte Gesellschaft hat und welche Lösung sich anbietet: Die Rückkehr zum "Lokalen" – verstärkt Waren aus der eigenen Region bei lokalen Händlern zu kaufen oder Gemüse selbst anzubauen nach Vorbild von Transition-Town- oder Urban-Gardening-Bewegungen.

Die Filmemacher und ihre Experten gehören mit Sicherheit zu den "Guten", denen unser Planet und die Menschen am Herzen liegen, und sie haben auch richtige Argumente. Doch die sehr einseitige Sichtweise und die Verklärung der "einfachen" Lebensweise der Ladakhi tun der Doku nicht gut. Immerhin bietet der Film eine gut aufbereitete Zusammenfassung aller Argumente gegen Globalisierung und lädt zur Diskussion ein.
Melanie Dorda

(The Economics of Happiness), Dokumentarfilm, Großbritannien, USA, Deutschland u.a. 2011, Buch & Regie: Helena Norberg-Hodge, Steven Gorelick, John Page, mit Vandana Shiva, Bill McKibben, David Korten, Samdhong Rinpoche u.a., OmU, 68 min, Kinostart: 1. November 2012 bei BraveHearts International

Foto: © BraveHearts International



Mehr Infos zu "Die Ökonomie des Glücks"

"The Economics of Happiness" - die offizielle Filmwebseite (englisch)
Die deutsche Webseite zu "Die Ökonomie des Glücks"
"Die Ökonomie des Glücks" auf filmportal.de
Filminfos in der Internet Movie Database
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