Familie und andere Katastrophen

Comedy made in Russia

Kinostart: 1.11.2012 | Ingrid Beerbaum | Kommentar schreiben | Artikel drucken

Werbefilmer Kostya ist verzweifelt. Immer, wenn er ein neues Mädchen mit nach Hause bringt, ergreift dieses angesichts seiner exzentrischen Familie die Flucht: Vater ist passionierter Insektenforscher und hält zu Hause seltsames Getier. Mutter verdient als Karatetrainerin ihr Geld, und die kleine Schwester zeichnet sich durch ein loses Mundwerk und besondere Versponnenheit aus. Nun hat er aber mit Vika die Frau seines Lebens gefunden. Die Hochzeit ist auch schon in Planung. Die letzte und für ihn größte Hürde auf dem Weg in den Ehehafen ist das bevorstehende erste Elterntreffen. Zumal die Brauteltern, der Vater ist erfolgreicher Unternehmer, sich in ganz anderen Sphären bewegen. In größter Not engagiert er die Schauspieler seines letzten Werbedrehs als vermeintlich perfekten Familienersatz und lässt dabei außer Acht, dass diese nicht ohne Grund nur Reklamejobs bekommen.

Was die Filmindustrie angeht, hat die Globalisierung auch ihre guten Seiten. Inzwischen agieren und produzieren große Firmen verstärkt international, so auch in Russland. Die entstandenen Filme werden dementsprechend auch international ausgewertet, und nur so kommt eine Komödie wie "Familie und andere Katastrophen" überhaupt bei uns ins Kino. Vor fünfzehn Jahren noch undenkbar, ebenso wie die Besonderheit, dass der Film auf einem amerikanischen Drehbuch basiert, das für den russischen Markt unter der Regie von Renat Davletyarov adaptiert wurde – Kulturtransfer einmal anders herum. Den Ursprung merkt man dem Film mit seiner geradlinigen Erzählstruktur und der ausgeprägten Situationskomik immer noch an. Dennoch ist "Familie und andere Katastrophen" eine echte romantische russische Komödie mit viel Moskauer Lokalkolorit, die mit hervorragenden Darstellern aufwartet, die besonderes Vergnügen an der Persiflage ihres eigenen Berufsstandes haben. Aber auch das intrigante Unternehmertum der Brautfamilie inklusive angestelltem Mitgiftjäger bietet genug Stoff für unterhaltsame Seitenhiebe. Das alles kommt lockerleicht erzählt und burlesk daher und würde mit einer besseren Synchronisation (oder gar im Original mit Untertiteln) sicher noch mehr Spaß machen.
Ingrid Beerbaum

(Moya Bezumnaya Semya) Russland, USA 2012, Regie: Renat Davletyarov, Buch: Yuriy Korotkov, Victor Levin, Daniel Shere, mit Ivan Stebunov, Aglaya Shilovskaya, Leonid Yarmolnik, Maria Shukshina, Andrey Urgant u.a., o.A., 84 min, Kinostart: 1. November 2012 bei 20th Century Fox

Foto: © 2012 20th Century Fox



Mehr Infos zu "Familie und andere Katastrophen"

"Moya Bezumnaya Semya" - die offizielle Filmwebseite (russisch)
"Familie und andere Katastrophen" - Filminfos vom deutschen Verleih
Filminfos in der Internet Movie Database
Mehr Artikel zu "Familie und andere Katastrophen" auf filmz.de




Kommentare

(Anmerkung der Redaktion: Kommentare werden manuell während der Redaktionszeit freigeschaltet.)

Dein Kommentar

Kommentar schreiben

(Anmerkung der Redaktion: Kommentare werden manuell während der Redaktionszeit freigeschaltet.)