Robot & Frank

Freund und Helfer

Kinostart: 25.10.2012 | Philipp Bühler | Kommentar schreiben | Artikel drucken

Frank (Frank Langella) lebt in einer spannenden Zeit, nämlich in der nahen Zukunft. Er selbst findet sie todlangweilig, denn er ist alt und hat nicht mehr viel vor. Früher war er Einbrecher, das hatte Hand und Fuß. Solch neumodischen Schnickschnack wie elektronische Bücher, Autos und Küchenhilfen möchte er nicht mal geklaut. Insofern hat sein Sohn Hunter (James Marsden) eine schlechte Idee, als er ihm ausgerechnet einen Roboter schenkt. Aber der mobile Helfer für alles soll Frank auch ein bisschen auf Trab bringen. Zudem wird er in letzter Zeit etwas vergesslich.

Bevor der grummelige Rentner den Abschaltknopf findet, hat dieser Haufen Elektronikschrott schon sein Leben übernommen. Robot kann sprechen, weiß alles besser, bestimmt sogar seinen Diätplan und macht die Termine. Kurz gesagt, er ist ein überflüssig großes Smartphone. Und wie wir aus der Werbung wissen, haben solche Dinger eine Seele: Robot wird tatsächlich zu so etwas wie Franks einzigem Freund. Noch besser: Moralische Komponenten wie das bürgerliche Gesetzbuch gibt's nur als optionale Zusatz-App, und die ist nicht installiert. Frank macht Robot zum Komplizen einer neuen Einbruchserie, im Schmierestehen ist er einsame Spitze.

Natürlich geht es in "Robot & Frank" nicht um den Spaß an Technik und Kriminalität, sondern um ernste Themen wie das Alter und die Einsamkeit, die es oft mit sich bringt. Das gelingt in Ansätzen. Franks Familie, die den geschiedenen Kauz mit einem Kinderspielzeug für Rentner abspeist, ist etwas schematisch gezeichnet. Auch die schmalzige Musik nimmt dem tragikomischen Geschehen viel von seiner Überzeugungskraft. Sie passt so gar nicht zu den gedämpften Bildern, die nicht nur nach edlem Independent-Kino aussehen sollen, sondern im Konzept der "nahen Zukunft" einen wirklich guten Dienst tun. Doch vor allem der Ein-Mann-Show des Hollywood-Altmeisters Frank Langella sieht man gern zu, und der weiße Metallkasten Robot wirkt besser programmiert als so mancher Nebendarsteller. Seine verschnörkelte Ausdrucksweise ("Das war gefährlicher, als du mir glauben machen wolltest, Frank!") ist fast so witzig wie jene eine Sekunde zu viel, die er manchmal zum Überlegen braucht. Humor hat selten mit Dingen zu tun, die technisch logisch sind.
Philipp Bühler

Robot & Frank, USA 2012, Regie: Jake Schreier, Buch: Christopher D. Ford, mit Frank Langella, Susan Sarandon, James Marsden, Liv Tyler, Jeremy Sisto u.a., o.A., 89 min, Kinostart: 25. Oktober 2012 bei Senator

Foto: © Senator Film Verleih



Mehr Infos zu "Robot & Frank"

"Robot & Frank" – die offizielle Filmwebseite (englisch)
Die deutsche Webseite zu "Robot & Frank"
Filminfos in der Internet Movie Database
Mehr Artikel zu "Robot & Frank" auf filmz.de
Filmtipp von Vision Kino
Filmbesprechung auf kinofenster.de




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