Asterix & Obelix: Im Auftrag Ihrer Majestät

Die Gallier in Britannien

Kinostart: 18.10.2012 | Sascha Rettig | Kommentar schreiben | Artikel drucken

Traditionell sagt man Franzosen und Engländern nicht gerade ein freundschaftliches Verhältnis nach. Wenn nun aber ein französisches Kino-Nationalheiligtum wie Catherine Deneuve in einem Kleid im Union-Jack-Design auf der Leinwand erscheint, könnte sich dies vielleicht ändern. In der vierten Realfilm-Comicadaption von "Asterix & Obelix" gibt die Grande Dame die britische Queen, die die berühmten Gallier um Hilfe und Zaubertrank bittet. Die sollen ihr und ihrem Volk nicht nur Julius Cäsar und seine lästigen Römerscharen von der Insel vertreiben, sondern auch die barbarischen Normannen, die sich der römische Herrscher zur Hilfe gerufen hat. Also schippern Asterix (Edouard Baer) und Obelix (Gérard Depardieu) über den Kanal in Richtung Britannien – ohne den knuddeligen Kläffer Idefix, dafür aber mit einem großen Fass Zaubertrank und dem jungen Neffen Grautvornix im Schlepptau, der von den beiden ein bisschen erzogen und zum richtigen Mann werden soll.

Die Geschichte von "Asterix und Obelix: Im Auftrag Ihrer Majestät" verarbeitet Motive aus zwei Bänden der berühmten Comics, die zuvor bereits als Vorlage für Zeichentrickfilme dienten: "Asterix und die Normannen" und "Asterix bei den Briten". Dementsprechend verfolgt der Film auf der britischen Insel – und erstmals in der Reihe in 3D – einige parallele Handlungsstränge: Das Zaubertrank-Fass muss gegen die Römer verteidigt werden. Asterix will sich unbedingt verlieben, was dann aber wiederum ausgerechnet Obelix gelingt, den die Liebe wie ein Blitz trifft. Und Grautvornix wird von den furchtlosen Normannen entführt, denen der Heranwachsende beibringen soll, was Angst ist.

All das geschieht mit vielen bekannten Gallier-Sprüchen und -Ritualen, vielen vermöbelten und herumgeschleuderten Römern, dem obligatorischen Zufallsversenken eines Piratenschiffs und Veralberungen alter Brit-Stereotypen und -Gepflogenheiten. Dazu werden noch zahlreiche Referenzen auf Film, Musik und die heutige Welt eingestreut. Dass auf die ohnehin schon klare "Ich bin … dein Vater"-"Star Wars"-Anspielung noch kurz Darth Vaders metallischer Atemhauch aus dem Off folgt, ist symptomatisch für den Film, der in seiner Überdeutlichkeit weniger smart daher kommt, sondern sich in den meisten Fällen mit dem kleinsten gemeinsamen Popkulturnenner begnügt.

Glücklicherweise hat Regisseur Laurent Tirard ("Der kleine Nick") aber den ganz knalligen, nervigen Klamauk angenehm gedrosselt und die Dichte der Gags, über die man zumindest schmunzeln, manchmal sogar etwas lauter lachen kann, im Vergleich zu den pointenlahmen Vorgängern etwas gesteigert. Vor allem macht es aber Spaß, neben Gérard Depardieu als Obelix und Edouard Baer erstmals als Asterix weitere bekannte Gesichter bei diesem beachtlichen Frankreich-Stars-Defilee zu entdecken. Von Jean Rochefort über Fabrice Luchini als Cäsar bis zu Danny Boon, der unter dem kerligen Normannenkostüm zuerst gar nicht zu erkennen ist.
Sascha Rettig

(Astérix et Obélix : Au service de sa Majesté) Frankreich, Ungarn 2012, Regie: Laurent Tirard, Buch: Grégoire Vigneron nach den Comics von René Goscinny und Albert Uderzo, mit Gérard Depardieu, Edouard Baer, Catherine Deneuve, Guillaume Gallienne u.a., o.A., 110 min, Kinostart: 18. Oktober 2012 bei Concorde

Foto: © 2012 Concorde Filmverleih GmbH



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"Astérix et Obélix : Au service de sa Majesté" - die offizielle Filmwebseite (französisch)
Filmwebseite vom deutschen Verleih
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