Die Stooges - Drei Vollpfosten drehen ab

Die Brachialhumoristen

Kinostart: 11.10.2012 | Christian Horn | Kommentar schreiben | Artikel drucken

Während das Comedy-Trio The Three Stooges hierzulande eher unbekannt ist, gehören die drei überdrehten Brüder in den USA neben Laurel & Hardy aka Dick & Doof zu den großen Klassikern des humorvollen Stummfilms. Ab den 1920ern drehten die Chaosbrüder rund 200 Kurzfilme, in denen sie dem blanken Unsinn frönten: Backpfeifen, Kopfnüsse und Schläge auf den Hinterkopf zählten zum Standard-Repertoire der Stooges. Dass nun ausgerechnet Bobby und Peter Farrelly ("Verrückt nach Mary", "Unzertrennlich") eine Neuauflage der Slapstick-Veteranen vorlegen, erscheint nur logisch – denn wie die Stooges setzen auch die Farrellys seit jeher auf brachialen Humor und Tabubrüche.

Wie der Vorlage genügt auch den Farrellys der Rumpf einer Geschichte: Die drei Prügelknaben Larry (Sean Hayes), Curly (Will Sasso) und Moe (Chris Diamantopoulos) wachsen in einem Waisenhaus in der Obhut von Nonnen auf. Bis ins Erwachsenenalter machen die Brüder den Ersatzmüttern das Leben schwer. Als das Heim schließlich bankrott ist, schreiten die Stooges zur Tat und wollen die benötigten 830.000 Dollar in der Stadt auftreiben. Der Kulturschock, den sie außerhalb des Waisenhauses erleben, mündet schnell ins Chaos und führt die Stooges über eine Verwechslung mit Auftragskillern bis ins Reality-TV.

Bei "Die Stooges - Drei Vollpfosten drehen ab" zählt alleine das Feuerwerk an mal mehr, meist weniger zündenden Gags, die vorlagentreu mit reichlich Cartoon-Gewalt der Marke Vorschlaghammer arbeiten: Ausgerissene Achselhaare oder ein beinahe erwürgter Delfin gehören hier zum Programm. Atempausen legen die Farrellys nur wenige ein und die ungebrochene Konsequenz, mit der die Filmemacher Nonsense verbreiten, ist in gewisser Weise nichts anderes als anarchisch. Inszenatorisch huldigen die Farrellys mit der überzogenen Mimik und Gestik der Darsteller, der seriellen Erzählweise und gelegentlich eingeblendeten Schrifttafeln dem Stummfilm-Original. Hinzu kommt die Farrelly-typische Liebe zu den Figuren, die nie als Deppen dastehen, sondern immer Sympathieträger bleiben.
Christian Horn

(The Three Stooges) USA 2012, Regie: Bobby Farrelly, Peter Farrelly, Buch: Mike Cerrone, Bobby Farrelly, Peter Farrelly, mit Sean Haynes, Will Sasso, Chris Diamantopoulis, Sofía Vergara, Jane Lynch, Jennifer Hudson u.a., ab 12, 92 min, Kinostart: 11. Oktober 2012 bei 20th Century Fox

Foto: © 2012 Twentieth Century Fox



Mehr Infos zu "Die Stooges - Drei Vollpfosten drehen ab"

"The Three Stooges" - die offizielle Filmwebseite (englisch)
"Die Stooges - Drei Vollpfosten drehen ab" - Infos vom deutschen Verleih
Filminfos in der Internet Movie Database




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