Ein griechischer Sommer

Teens und Tiere

Kinostart: 11.10.2012 | Sascha Rettig | Kommentar schreiben | Artikel drucken

Wenn man beim Stichwort Griechenland nicht an die dauernd präsente Krise denkt, stehen die Chancen nicht schlecht, dass einem malerisch mediterrane Inselbilder in den Kopf kommen. Weiß getünchte Häuser eines kleinen Dorfes. Karges, bergiges Hinterland. Und natürlich das tiefblaue Mittelmeer, das bis zum Horizont reicht. Genauso sieht auch das idyllische Inselchen Zora aus, auf dem sich Olivier Horlaits Romanadaption "Ein griechischer Sommer" zuträgt und eine ungewöhnliche Tier-Teen-Freundschaft entwickelt: zwischen Yannis und einem Pelikan.

Nachdem der Junge das hässliche Vogelbaby in einem Deal mit einem Seemann eingetauscht hat, zieht er es zunächst heimlich groß. Dabei wird der Pelikan so zahm und anhänglich, dass er quasi wie ein Hund aufs Wort hört. Irgendwann aber erfährt nicht nur sein verärgerter Vater davon, ein stoffeliger Fischer (Filmemacher als Schauspieler: Emir Kusturica), zu dem Yannis ohnehin schon ein etwas gespanntes Verhältnis hat. Auch die anderen Inselbewohner bekommen Wind von dem außergewöhnlichen Vogel, der sich daraufhin schnell zum Touristenmagneten mausert.

Auch beim Kinopublikum dürfte der watschelnde Pelikan zunächst alle Aufmerksamkeit auf sich ziehen, sobald er ins Bild geflattert kommt. Im Kern handelt der mit ernsten und komischen Momenten gut ausbalancierte Jugendfilm jedoch von Yannis' Adoleszenz – von erster Verliebtheit zu Angeliki, Verlustbewältigung und den Konflikten mit seinem Vater. Auch wenn einem dabei hin und wieder vielleicht unbeabsichtigt Krisen-Assoziationen in den Sinn kommen, wirkt die recht simple Geschichte von "Ein griechischer Sommer" auf fast schon märchenhafte Weise aus der Zeit und der aktuellen Katastrophen-Nachrichtenlage gefallen.
Sascha Rettig

(Nicostratos le pélican) Griechenland, Frankreich 2011, Regie: Olivier Horlait, Buch: Olivia Bruynoghe, mit Emir Kusturica, Thibault Le Guellec, François-Xavier Demaison, Jade-Rose Parker, Gennadios Patsis u.a., 95 min, Kinostart: 11. Oktober 2012 bei Neue Visionen

Foto: © Neue Visionen



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