Abraham Lincoln: Vampirjäger

Ein Mann mit Mission

Kinostart: 3.10.2012 | Ingrid Beerbaum | Kommentar schreiben | Artikel drucken

Der Filmtitel überrascht. Bei der medialen Überpräsenz untoter Blutsauger dürfte es kaum noch etwas Neues, Unerwartetes geben, sollte man meinen. Aber der 16. US-Präsident Abraham Lincoln und Vampire? Für Gebrauchsbestsellerautor Seth Grahame-Smith, der bereits einige Spaß-Ratgeber verfasste und seine Version von Jane Austens "Stolz und Vorurteil" mit Zombies bevölkerte, ist das kein Problem. Geschickt hat er in seiner Romanvorlage biografische Details aus Lincolns Leben benutzt und sie in die mit viel Action und blutgierigen Bestien gespickte Story eingebaut.

Die beginnt im Jahr 1818. Der kleine Abe muss mit ansehen, wie seine Mutter an einer mysteriösen Krankheit stirbt, die sie nach einem nächtlichen Besuch des fiesen Jack Barts (Marton Csokas) befallen hat. Er glaubt, dass Barts ein Vampir ist, und als er sich Jahre später an ihm rächen will, bestätigt sich sein Verdacht. Zum Glück rettet ihn in letzter Minute der geheimnisvolle Henry Sturges (Dominic Cooper), der Abraham (Benjamin Walker) darüber aufklärt, dass der gesamte amerikanische Süden von Untoten bevölkert ist. Abe lässt sich prompt zum Vampirjäger ausbilden und während er tagsüber in einem Gemischtwarenladen arbeitet und die schöne Mary hofiert, dezimiert er nachts mit seiner Axt schwungvoll die Blutsaugeranzahl der Umgebung. Das zieht die Aufmerksamkeit von Obervamipr Adam (Rufus Sewell) auf sich, der in New Orleans eine Plantage betreibt und als Sklavenhändler für seine untoten Kumpane in großem Stil für Nahrungsnachschub aus Afrika sorgt. Aber erst Lincolns politisches Engagement für die Abschaffung der Sklaverei macht ihn endgültig zur existentiellen Bedrohung für die Vampire.

Im Grunde sind alle Voraussetzungen für einen Erfolg gegeben. Tim Burton hat den Film produziert und mit "Wächter der Nacht"-Regisseur Timur Bekmambetov einen ausgewiesenen Genre-Experten engagiert. Dennoch enttäuscht der Film, noch dazu in 3D. Mit Benjamin Walker ist die Hauptfigur eklatant fehlbesetzt und wirkt neben seinen durchweg guten Co-Stars äußerst hölzern. Außerdem ist es nicht immer ratsam, dass der Romanautor auch das Drehbuch schreibt, wie die in der Synchronisation noch alberner wirkenden Dialoge beweisen. Überdies hat die Story einige Längen und lässt den einer solch kruden Geschichte gebührenden Witz schmerzlich vermissen. Nur bei den spektakulären Actionszenen wie der Verfolgungsjagd quer über die Rücken einer galoppierenden Pferdeherde merkt man wieder, was Bekmambetow wirklich kann. Genre-Fans werden aber trotzdem ihren Spaß haben.
Ingrid Beerbaum

(Abraham Lincoln: Vampire Hunter) USA 2012, Regie: Timur Bekmambetov, Buch: Seth Grahame-Smith nach seinem gleichnamigen Roman, mit Benjamin Walker, Dominic Cooper, Anthony Mackie, Mary Elizabeth Winstead, Rufus Sewell u.a., ab 16, 104 min, Kinostart: 3. Oktober 2012 bei 20th Century Fox

Foto: © 2012 Twentieth Century Fox



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