Zambezia

Gemeinsam sind wir stark!

Kinostart: 30.8.2012 | Stefan Stiletto | Kommentar schreiben | Artikel drucken

Kai hat den Schnabel gestrichen voll. Der junge Falke will nicht länger allein mit seinem Vater in der Schlucht inmitten der afrikanischen Steppe leben und sich darum kümmern, dass der Schutzzaun in Ordnung ist. Er will raus in die weite Welt, Freunde finden und vor allem frei sein. Als er von einem Storch zum ersten Mal von der Stadt Zambezia hört, ist es um ihn geschehen. In der am Rande eines riesigen Wasserfalls gelegenen Vogelstadt sind alle Vögel willkommen. Und beschützt wird sie von den tapferen Hurricane-Fliegern. Ein solcher Hurricane zu werden – das wäre Kais Traum. Weil sein Vater allerdings von Zambezia nichts wissen will, macht sich Kai alleine auf den Weg. Schnell gelingt es ihm, als Rekrut bei den Hurricanes aufgenommen zu werden. Doch ein nächtlicher Ausflug kostet ihn sofort wieder den Job. Dabei wäre Kais Hilfe gerade jetzt so wichtig. Denn Kai hat erfahren, dass die Leguanechse Budzo gemeinsam mit den Marabus plant, Zambezia anzugreifen.

Längst schon hat man sich an die hohe Qualität der Pixar- oder Dreamworks-Filme gewöhnt, an die Detaildichte ihrer Bilder, die plastischen, fast fotorealistischen Texturen und die flüssigen Animationen. Und so ist der erste Blick auf "Zambezia" erst einmal ziemlich ernüchternd – auch wenn es sich dabei um eine der ersten großen Computeranimationen aus Südafrika handelt, die zudem mit einem überschaubaren Budget gedreht wurde. Denn hier sieht alles doch noch recht grob und flächig aus. Vor allem aber zeichnet sich auch die Story nicht sonderlich durch neue Ideen aus. Alles ist bekannt: von dem jungen Vogel, der sich behaupten will und im Laufe der Handlung mehr über seine Familie erfährt, über den ständig quasselnden Sidekick bis hin zum eindimensional bösen Oberschurken in Form einer Echse. Den bekannten Versatzstücken hat der Film leider nichts hinzuzufügen. Erst am Ende, wenn den unsympathischen Marabus doch noch eine Chance zur Wiedereingliederung in die friedliche Vogelwelt Zambezias geboten wird, drängt sich der Gedanke an die Wahrheits- und Versöhnungskommission auf. Eine neue solidarische Gesellschaft entsteht – und den einstigen Feinden wird verziehen. In einem Film aus Südafrika ist diese Wendung vielleicht mehr als nur ein dramaturgisches Klischee.
Stefan Stiletto

Zambezia (Animationsfilm), Südafrika 2012, Regie: Wayne Thornley, Buch: Andrew Cook, Raffaella Delle Donne, Anthony Silverston, Wayne Thornley, o.A., 83 min, Kinostart: 30. August 2012 bei Splendid

Foto: © Splendid



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