Die Kirche bleibt im Dorf

Eine Komödie aus dem Ländle

Kinostart: 23.8.2012 | Ingrid Beerbaum | Kommentar schreiben | Artikel drucken

Seit Jahr und Tag liegen die beschaulichen schwäbischen Dörfer Ober -und Unterrieslingen im Streit. Warum, weiß keiner mehr so genau. Fest steht aber, dass die einen die Kirche haben und die anderen den Friedhof. Als Oma Häberle stirbt, eskaliert mal wieder die Situation, als die Trauergesellschaft im Schlagloch hängen bleibt, das zwischen beiden Dörfern liegt und für das sich keiner zuständig fühlt. Dann kommt auch noch ein amerikanischer Antiquitätenhändler vorbei, der einfach mal so die Kirche kaufen will. Ein altes Gemäuer zwar, aber Wertvolles hat man dort bisher nicht gefunden. Da muss mehr dahinter stecken, meinen die Gastwirtstöchter Maria, Christine und Klara Häberle und werden dem Fremden, der eine auffallende Ähnlichkeit mit Robert Redford hat, schon auf die Schliche kommen. Vielleicht hat das ja was mit diesem jahrhundertealten Fluch zu tun, der an allem Schuld sein soll.

Nachdem Marcus H. Rosenmüller seit einiger Zeit mit seinen bajuwarischen Mundartkomödien ("Wer's glaubt, wird selig") erfolgreich die Kinoleinwände bespielt, war die Zeit wohl reif für einen Schwank in einem anderen, ebenso ausgeprägten Dialekt. Regisseurin Ulrike Grote hat sich dafür ihre Wahlheimat Schwaben ausgesucht und setzt in "Die Kirche bleibt im Dorf" ganz ohne Untertitel auf Lokalkolorit und alberne Situationskomik. Dass man als Nichtschwabe nicht von vornherein verzweifelt, liegt an der mit sichtbar viel Vergnügen agierenden Darstellerriege. Darunter befinden sich so bekannte Größen wie Natalia Wörner, Karoline Eichhorn und Christian Pätzold, die auch die plattesten Sprachverwechslungen mit "noi", das nicht "neu", sondern "nein" heißt, noch überzeugend sprechen, denn sie stammen allesamt aus der Gegend.

Souverän spielen sie sich durch die arg konstruierte Geschichte, die eigentlich aus zwei Handlungssträngen besteht: Da ist zum einen die altbewährte Romeo-und-Julia-Story von der Gastwirtstochter Klara, die den Jungbauern Peter Rossbauer aus dem verfeindeten Nachbardorf heiraten will und nicht darf. Zum anderen geht es um den despektierlichen Kirchenverkauf und den im Gebäude vermuteten Schatz. Ein bisschen zu viel des Guten, aber leicht zu erklären. Momentan dreht Grote bereits für das SWR-Fernsehen eine zwölfteilige Vorabendserie, die die Vorgeschichte des Kinofilms erklärt. Es stellt sich nur die Frage, warum der Film dann überhaupt ins Kino kommt.
Ingrid Beerbaum

Die Kirche bleibt im Dorf, Deutschland 2011, Buch & Regie: Ulrike Grote, mit Natalia Wörner, Karoline Eichhorn, Julia Nachtmann, Hans Löw, Christian Pätzold, Elisabeth Schwarz u.a., ab 6, 97 min, Kinostart: 23. August 2012 bei Camino

Foto: © Camino



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