Frisch gepresst

Film von der Stange

Kinostart: 23.8.2012 | Christian Horn | Kommentar schreiben | Artikel drucken

Zwar ist einer der Protagonisten aus der romantischen Komödie "Frisch gepresst" im Besitz einer riesenhaften Orangensaftpresse, doch auf den Vorgang der Saftherstellung spielt der Titel mitnichten an. Vielmehr meint das "Pressen" die Geburt eines Kindes, die in der gleichnamigen Buchvorlage von Susanne Fröhlich am Anfang des Geschehens steht. In der Verfilmung von Regisseurin Christiane Hartmann rückt die Geburt indes ans Ende der Erzählung und der Weg hin zum Mutterglück in den Mittelpunkt. Die durchaus zeitgenössische Frage, inwieweit der Nachwuchs die eigene Selbstaufgabe in sich birgt und wie Karriere und Mutterschaft vereinbar sind, markiert dabei den thematischen Kern.

Für Kinder hat die Mittdreißigerin Andrea Schmitt (Diana Amft) nicht viel übrig. Stattdessen wendet die Singlefrau ihre Zeit dafür auf, die eigene Boutique für maßangefertigte Dessous vor dem Bankrott zu retten. Nach einem One-Night-Stand mit ihrem Jugendschwarm Gregor (Alexander Beyer) und einem Date mit dem Rechtsanwalt Chris (Tom Wlaschiha) ist die Modedesignerin jedoch ungewollt schwanger und steht nun vor der Frage, welcher der beiden Männer der Vater des Kindes ist. In der Folge tritt Andrea von einem Fettnäpfchen ins nächste, muss sich zwischen den beiden Männern entscheiden und hadert mit der Vorstellung, in naher Zukunft Mutter zu sein.

Gerade so wie dieser Inhaltsabriss an "Bridget Jones - Schokolade zum Frühstück" (2001) erinnert, gemahnt der komplette Film an unzählige romantische Komödien vor ihm. Sattsam bekannt sind die überzeichneten Figuren und Ereignisse sowie der routinierte Handlungsverlauf, der von der romantischen Tuchfühlung über das katastrophale Missverständnis zum erlösenden Happy End führt. Nun muss nicht jeder Film das Rad neu erfinden, doch der völlige Verzicht auf Eigenständigkeit ist auch nicht der richtige Weg. Hinzu kommt die mutlose Inszenierung von Christiane Hartmann, die "Frisch gepresst" im Grunde als einen Film-Film von Sat 1 empfiehlt. Die aus "Doctor's Diary" bekannte Diana Amft bemüht sich zwar sichtlich, den Unterhaltungswert hoch zu halten, doch unter den allzu unglücklichen Vorzeichen gelingt ihr das nur ansatzweise.
Christian Horn

Frisch gepresst, Deutschland 2012, Regie: Christine Hartmann, Buch: Dirk Ahner nach dem gleichnamigen Roman von Susanne Fröhlich, mit Diana Amft, Jule Ronstedt, Alexander Beyer, Tom Wlaschiha, Sylvester Groth u.a., ab 6, 95 min, Kinostart: 23. August 2012 bei Disney

Foto: © Disney



Mehr Infos zu "Frisch gepresst"

"Frisch gepresst" - die offizielle Filmwebseite
"Frisch gepresst" auf filmportal.de
Filminfos in der Internet Movie Database
Mehr Artikel zu "Frisch gepresst" auf filmz.de




Kommentare

(Anmerkung der Redaktion: Kommentare werden manuell während der Redaktionszeit freigeschaltet.)

Dein Kommentar

Kommentar schreiben

(Anmerkung der Redaktion: Kommentare werden manuell während der Redaktionszeit freigeschaltet.)