Das verflixte 3. Jahr

Kampf der Geschlechter

Kinostart: 19.7.2012 | Alexandra Seitz | Kommentar schreiben | Artikel drucken

Um die Scheidung von seiner Frau zu überwinden, verfasst der junge und gut aussehende Literaturkritiker und Gesellschaftskolumnist Marc Marronnier unter Pseudonym eines jener typischen Geschlechterkriegs-Pamphlete, wie sie zu Dutzenden die Regalbretter in den Buchhandlungen durchbiegen. Seine Abhandlung ist folglich vollgestopft mit zynischen Aphorismen über die Unmöglichkeit der Liebe und die planetarische Distanz zwischen Mann und Frau. Das Buch wird ein Riesenerfolg. Schließlich ist Marc nicht der Einzige, der Schwierigkeiten hat mit dem anderen Geschlecht. Und in solchen Fällen greift man eben gern zu Selbstmitleid-Bestätigungs-Ratgebern, die zwar nicht helfen, dafür aber mit Plattitüden wie der folgenden aufwarten: "Im ersten Jahr kauft man die Möbel. Im zweiten Jahr stellt man sie um. Im dritten Jahr teilt man sie auf." Eben.

Den ganzen Stress mit der Arbeit an einer Beziehung kann man sich also gleich von vornherein sparen. Findet offenbar Marc Marronnier. Und findet, so scheint's, auch Regiedebütant Frédéric Beigbeder, Bestseller-Autor und enfant terrible der französischen Popliteratur, der mit "Das verflixte 3. Jahr" seinen eigenen Roman verfilmt hat, den 1997 erschienenen "Die Liebe währt drei Jahre". Jedenfalls gibt sich im Verlauf der Handlung von "Das verflixte 3. Jahr" keine der Figuren auch nur den Hauch von Mühe, sich wie ein Erwachsener zu verhalten oder erwachsene Entscheidungen zu fällen. Stattdessen hat man das zweifelhafte Vergnügen, drei auf einer Parkbank sitzenden Männern zu lauschen, die über die mutmaßliche Schambehaarung vorbeigehender Frauen debattieren. Abgesehen davon sind Witze auf dem Niveau von "Frauen sind wie Zigaretten, irgendwann muss man damit aufhören" zu verdauen. Und als ob das noch nicht reichte, kommt es auch noch, wie es kommen muss: Marc trifft Alice und sieht sich veranlasst, seine Ansichten über Liebe und Beziehungen zu überdenken. Was sich etwas komplizierter gestaltet, da Marc ja jenes unselige Buch geschrieben hat, das Alice verachtet. Weswegen Marc nicht mit der Wahrheit herausrücken will – die dann natürlich doch ans Licht kommt –, was zu den üblichen Verwicklungen führt.

"Das verflixte 3. Jahr" ist ein dummer und unkomischer, umständlich konstruierter Film voller sexistischer Klischees, der sich mit enervierender Penetranz und endloser Geschwätzigkeit eitel und selbstgefällig spreizt. Dabei hat er nichts, aber auch rein gar nichts zu sagen.
Alexandra Seitz

(L'amour dure trois ans) Frankreich 2012, Buch & Regie: Frédéric Beigbeder nach seinem Roman "Die Liebe währt drei Jahre", mit Gaspard Proust, Louise Bourgoin, Valérie Lemercier, Jonathan Lambert, Joey Starr u.a., ab 12, 100 min, Kinostart: 19. Juli 2012 bei Prokino

Foto: © 2012 PROKINO Filmverleih GmbH/Foto: Magali Bragard



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