Pommes essen

Es geht um die Wurscht

Kinostart: 12.7.2012 | Christian Horn | Kommentar schreiben | Artikel drucken

Dass die Zeiten des wirtschaftlichen Aufschwungs im Ruhrpott vorbei sind, bekommt auch die dreifache Mutter und Imbissbuden-Betreiberin Frieda (Anneke Kim Sarnau) zu spüren. Trotz des Geheimrezepts für eine Currywurst-Spezialsoße, das ihr der vor einem Jahr verstorbene Vater vererbt hat, bilden sich keine nennenswerten Warteschlangen vor der Duisburger Bude. Das liegt auch an der Fastfood-Kette "Pommes King", die ausgerechnet Friedas Bruder Walther (Smudo) betreibt. Als die überlastete Frieda eines Tages zusammenbricht und eine Erholungskur antritt, übernehmen ihre jüngeren Töchter Selma (Marlene Risch) und Lilo (Tabea Willemsen) den Betrieb und fackeln die Imbissbude dabei versehentlich ab. Mit Unterstützung der Aushilfskraft Besjana (Thekla Carola Wied) bauen die Kinder das Familiengeschäft wieder auf und treten bei einem Wettbewerb an, der die beste Currywurst der Stadt ermitteln soll – doch während Selma und Lilo die Mutter unterstützen, will die 16-jährige Patty (Luise Risch) lieber ihr eigenes Ding machen und in der Küche eines Sterne-Restaurants arbeiten.

Der Kinder- beziehungsweise Jugendfilm "Pommes essen" kommt ohne große Überraschungen daher und scheint eher fürs Fernsehen als für die große Leinwand geeignet. Das Spielfilmdebüt der Regisseurin Tina von Traben bewegt sich in jeglicher Hinsicht auf ausgetrampelten Pfaden und wagt schlicht zu wenig, um wirklich mitreißend zu sein. Die teils konstruiert wirkenden Konflikte innerhalb der Familie verlaufen stets in vorhersehbaren Bahnen und verpuffen ihm Rahmen der schematischen Inszenierung mit den bunten, allzu gelackten Bildern und den bei jeder Gelegenheit angebrachten (Gitarren-)Musikeinlagen. Hinzu kommen einige deplatzierte Nebenfiguren und die im Großen und Ganzen überforderten Darsteller, die zwar durchaus Sympathiewerte verbuchen, aber die bereits im Drehbuch schablonenhaft angelegten Figuren kaum mit eigenen Akzenten versehen können. So ist "Pommes essen" allenfalls ein solider Familienfilm, der mit seiner einfach gestrickten Geschichte lediglich die kleinsten Kinobesucher zufrieden stellen dürfte und an den typischen Fallstricken eines Erstlingswerks leidet.
Christian Horn

Pommes essen, Deutschland 2012, Regie: Tina von Traben, Buch: Tina von Traben, Rüdiger Bertram, mit Luise Risch, Marlene Risch, Tabea Willemsen, Thekla Carola Wied, Anneke Kim Sarnau, Smudo u.a., o.A., 85 min, Kinostart: 12. Juli 2012 bei Farbfilm Verleih

Foto: © Farbfilm Verleih



Mehr Infos zu "Pommes essen"

"Pommes essen" - die offizielle Filmwebseite
"Pommes essen" auf filmportal.de
Filminfos in der Internet Movie Database
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