Luks Glück

Man kann nie wissen

Kinostart: 28.6.2012 | Andreas Resch | Kommentar schreiben | Artikel drucken

Der Traum vom großen Lotteriegewinn, der das eigene Leben von einem Tag auf den nächsten umkrempelt und sämtliche Probleme mit einem Schlag löst, hat nur wenig mit der Realität zu tun. Das zeigen – abgesehen von der generellen Unwahrscheinlichkeit seines Eintretens – auch die in aller Regelmäßigkeit auftauchenden Medienberichte über Menschen, die sich nach einem Lottogewinn ins Unglück stürzen. "Luks Glück" von Ayse Polat ("En Garde"), die nach zwei Dramen nun ihre erste Komödie vorlegt, nimmt einen solchen Lotteriegewinn zum Ausgangspunkt für einen sympathischen Plot, der davon handelt, dass man nicht im Vornherein wissen kann, was einen wirklich glücklich macht.

Nachdem der 27-jährige Luk (René Vaziri) gemeinsam mit seinem älteren Bruder und seinen Eltern den Jackpot geknackt hat, scheint für einen Moment alles möglich. Bis die Realität ihre Ansprüche anmeldet und Luk in ein klassisches Dilemma stürzt: Soll er dem Wunsch der Eltern nachgeben und seinen Anteil in ein Hotel in deren türkischer Heimat investieren? Oder soll er mit dem Geld seiner Exfreundin Gül die Möglichkeit eröffnen, einen aufwändigen Videoclip zu produzieren – mit dem Ziel, sie über diese scheinbar altruistische Geste zurückzugewinnen? Luk entscheidet sich für Letzteres und scheitert. Doch schlussendlich wird sich gerade diese vermeintliche Niederlage als großes Glück erweisen.

Dass es Ayse Polats Film trotz einer rasanten Story und sympathischer Charaktere nicht gänzlich gelingt, den Zuschauer so zu packen, dass man im Anschluss die eigenen Glücksvorstellungen wirklich hinterfragen würde, hängt damit zusammen, dass die Geschichte bei aller Originalität auf dramaturgischer Ebene ziemlich konventionell daherkommt – alles ist einen Tick zu berechenbar. Das ist ein wenig schade, denn gerade bei einem solch universellen Thema wäre es umso wichtiger gewesen, eine konsequent eigenständige Erzählweise zu finden.
Andreas Resch

Luks Glück, Deutschland 2010, Buch & Regie: Ayse Polat, mit René Vaziri, Aylin Tezel, Keziban Inal, Maximilian Vollmar, Atilla Oener, Linda Steinhoff u.a., 91 min, Kinostart: 28. Juni 2012 bei Real Fiction

Foto: © Real Fiction



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