Wie zwischen Himmel und Erde

Kitsch as Kitsch can

Kinostart: 31.5.2012 | Melanie Dorda | Kommentar schreiben | Artikel drucken

Die Medizinstudentin Johanna (Hannah Herzsprung) will in Tibet einen Achttausender bezwingen, landet aber auf Umwegen im buddhistischen Tapir-Kloster, aus dem kurz zuvor der "Golden Boy" vor den Chinesen geflohen ist – der jugendliche Nachfolger des Dalai Lama. Dort freundet sie sich mit dem kleinen Tempa an. Doch dann beschließen die Mönche, dass auch er in Tibet nicht mehr sicher ist. Johanna bringt ihn nach Lhasa, wo sie ihn den Fluchthelfern Meto und Tashi übergeben will. Doch die Grenze wird scharf kontrolliert, weshalb Tashi vorerst niemanden nach Indien schmuggeln will. Erst als er aus einem Brief erfährt, dass das Schicksal des "Golden Boy" von der Flucht der neuen Gruppe abhängt, ändert er seine Meinung. Aber alles läuft schief: Meto gerät in die Fänge der brutalen Chinesen, die unerfahrene Johanna springt als Fluchthelferin ein, das Fluchtauto bleibt liegen und die Gruppe muss sich zu Fuß auf den beschwerlichen Weg durch den Schnee machen – mit den chinesischen Soldaten dicht auf den Fersen.

Die Schmonzette auf Niveau eines TV-Melodrams strotzt vor Klischees, üblen Schwarz-Weiß-Malereien und pathetischen Floskeln von der Art: "Eine Mutter muss da sein, wo ihr Kind ist." Die Story ist platt, vorhersehbar und voller Ungereimtheiten: Wieso kommen die chinesischen Soldaten nachts in der menschenleeren Wüste mit Sirenen angerauscht? Nur damit Menschen-Schmuggler und Zuschauer merken, dass Gefahr droht? Und warum sprechen die Einheimischen, die deutsche Touristin und die chinesischen Soldaten alle dieselbe Sprache? Der chinesische Bösewicht wirkt so stark überzeichnet, als käme er aus einer Marvel-Comic-Verfilmung, während bei den "Helden" des Films keine noch so rührselige Schicksalsgeschichte ausgespart wird. Regisseurin und Autorin Maria Blumencron liegen Menschen und Kultur in Tibet sicher sehr am Herzen, aber mit diesem Film verkitscht und bagatellisiert sie den Konflikt zwischen Tibet und China bloß.
Melanie Dorda

Wie zwischen Himmel und Erde, Deutschland, Schweiz 2012, Regie: Maria Blumencron, Buch: Maria Blumencron, Karl-Dietmar Möller-Nass, mit Hannah Herzsprung, David Lee McInnis, Lucas K. Peterson, Yangzom Brauen, Carlos Leal u.a., ab 12, 101 min, Kinostart: 31. Mai 2012 bei Prokino

Foto: © 2012 PROKINO Filmverleih GmbH



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