Men in Black 3

Im Sommer der Liebe

Kinostart: 24.5.2012 | Philipp Bühler | Kommentar schreiben | Artikel drucken

Über schwarze Anzüge und Sonnenbrillen ist alles gesagt. Die "Men in Black" erfinden sich auch im dritten Teil ihrer ewigen Alienjagd nicht neu, stattdessen ändert sich gleich die ganze Welt: Um die entflohene Killerschabe Boris die Bestie auszuschalten, reist Agent K (Tommy Lee Jones) ins Jahr 1969. Offensichtlich schlägt der Plan fehl, denn als Agent J (Will Smith) im Hauptquartier nachfragt, ist der langjährige Partner seit vierzig Jahren tot! Besonders gesprächig war er nie, was zu Beginn fast eine Art Ehekrise auslöste, aber das geht zu weit: Mit dem entsprechenden technischen Gadget – gibt's illegal beim Mobilfunkhändler – springt auch J in die Vergangenheit. Dort stößt er nicht nur auf den fiesen Boris, sondern auch auf den jungen K (Josh Brolin). Der steckt zwar schon im selben Anzug, ist aber noch nicht ganz so verknöchert wie sein älteres Ich. Der Sommer der Liebe ließ selbst Agenten nicht kalt.

Nach dem enttäuschenden Sequel von 2002 will das Team um Regisseur Barry Sonnenfeld diesmal alles anders machen. Verblüffend ist allerdings nur, wie wenig sich der Look des Jahres 1969 von dem der Vorgängerfilme unterscheidet. In der Zeit von Flowerpower und Vietnamkrieg ist zwar alles bunt und irgendwie retro, aber genauso aseptisch durchdesignt wie im Original von 1997. Streng genommen sind die schleimigen Aliens, die ja immer am meisten Spaß machen, sogar noch weniger schleimig. Insgesamt wurde das Motiv der Zeitreise eher verschenkt. Ganz im Gegensatz zum brillanten Erstling gelingt es nicht einmal J, sich über eine ihm völlig unbekannte Welt – ein einziger Lacher gilt dem doch etwas strengeren Rassismus der Ära – so richtig zu wundern.

Die Stärken von "Men in Black 3" liegen weniger in der Story als in der Liebe zum optischen Detail. Die menschliche Kakerlake Boris, eine Art Hells Angel aus, nun ja, der Hölle wirkt wahrlich furchterregend. Und mit dem künstlich zerknitterten Josh Brolin als Alter Ego von Tommy Lee Jones gelang ein echter Coup. Vergnüglich geraten auch ein Besuch in Andy Warhols verrückter Kunstfabrik Factory – war der mysteriöse Schöpfer der Pop-Art am Ende selbst ein Alien? – und die neue Nebenfigur Griffin, ein queerer Eso-Gnom mit halluzinogenen Fähigkeiten. Noch einmal: Für einen dritten Teil sind das enorm viele Veränderungen. Die wirklich guten Gags sind allerdings Mangelware, ist die Routine den Protagonisten doch selbst nach zehn Jahren Pause deutlich anzumerken. Vielleicht gibt es ja zum nächsten Teil einen Neuralisator beziehungsweise "das Blitzdings", um die Erinnerung an vergangene Großtaten auszuknipsen. Vorläufig bekommt man immerhin eine 3D-Brille, die sich für einmaliges Sehen sogar lohnt.
Philipp Bühler

(Men in Black III) USA 2012, Regie: Barry Sonnenfeld, Buch: Etan Cohen, David Koepp, Jeff Nathanson, Michael Soccio, mit Will Smith, Tommy Lee Jones, Josh Brolin, Rip Torn, Emma Thompson, Alice Eve u.a., ab 12, 105 min, Kinostart: 24. Mai 2012 bei Sony Pictures

Foto: © 2012 Sony Pictures Releasing GmbH



Mehr Infos zu "Men in Black 3"

"Men in Black III" - die offizielle Filmwebseite (englisch)
Die deutsche Webseite zu "Men in Black 3"
Filminfos in der Internet Movie Database
Mehr Artikel zu "Men in Black 3" auf filmz.de




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