Lockout

Held von gestern

Kinostart: 10.5.2012 | Christian Horn | Kommentar schreiben | Artikel drucken

Im Jahr 2079 kreist die US-amerikanische Haftanstalt MS One um die Erde und beherbergt rund 500 Gefangene, die ihre Strafe im Kälteschlaf absitzen. Als die Präsidententochter Emilie Warnock das Weltraumgefängnis besucht, um die dortigen Haftbedingungen in Augenschein zu nehmen, kommt es zu einem folgenschweren Zwischenfall: Der psychisch kranke Insasse Hydell überwältigt die Sicherheitskräfte und befreit die Insassen der MS One. Weil seine Tochter an Bord ist, ordnet der Präsident keinen Militärschlag an, sondern setzt auf die Hilfe des Ex-CIA-Agenten Snow (Guy Pearce), der zu Unrecht des Landesverrats und Mordes angeklagt wurde und eigentlich selbst eine lebenslange Haftstrafe auf der MS One absitzen soll. Im Auftrag des Secret-Service-Chefs Langral infiltriert Snow als Ein-Mann-Armee das Weltraumgefängnis und sucht neben Emilie auch den Beweis seiner Unschuld.

Seit geraumer Zeit tritt Luc Besson ("Leon - Der Profi") vor allem als Produzent in Erscheinung, wobei der Franzose meist Newcomer-Regisseure verpflichtet und diese Actionthriller wie "96 Hours" oder "Columbiana" abdrehen lässt. Den beiden irischen Regisseuren James Mather und Stephen St. Leger ermöglichte Besson nun die Inszenierung ihres Spielfilmdebüts "Lockout", das recht deutlich von John Carpenters "Die Klapperschlange" (1981) und "Stirb Langsam" (1988) von John McTiernan inspiriert ist: Wie Snake Plissken und John McClane kommt auch der von Guy Pearce kantig verkörperte Snow als klassischer 80er-Jahre-Held mit markigen Sprüchen und wuchtiger Durchschlagskraft daher, der mit seinen Gegenspielern auf einem begrenzten Terrain hantieren und Geiseln befreien muss.

Die inszenatorische Klasse seiner offensichtlichen Vorbilder erreicht der Science-Fiction-Actionfilm jedoch mitnichten. Zwar gefällt Guy Pearce in seiner Rolle als Actionheld von gestern, doch im ästhetischen wie erzählerischen Bereich kommt "Lockout" auf keinen grünen Zweig. Den blassen Nebenfiguren und der dünnen Story können auch die Actionszenen keine Spannung einhauchen – während die vielen Nahkämpfe durchaus solide ausfallen, enttäuschen vor allem die schwachen und nicht zeitgemäßen CGI-Animationen. So taugt "Lockout" allenfalls für einen sehr kurzweiligen Kinoabend ohne große Highlights, bei dem die Performance von Guy Pearce der einzige kleine Lichtblick ist.
Christian Horn

Lockout, USA, Frankreich 2012, Regie: James Mather, Stephen St. Leger, Buch: James Mather, Stephen St. Leger, Luc Besson, mit Guy Pearce, Maggie Grace, Peter Stormare, Joseph Gilgun, Vincent Regan, Lennie James u.a., ab 16, 95 min, Kinostart: 10. Mai 2012 bei Universum

Foto: © Universum



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