Väter und andere Katastrophen

Brautvater gesucht

Kinostart: 3.5.2012 | Sascha Rettig | Kommentar schreiben | Artikel drucken

Der eine, Bernard, ist ein kontrollierter und etwas zwangsneurotischer Fabrikant, der erst durch Briefe im Nachlass seiner Frau von seiner unehelichen Tochter Chloé erfährt. Einst muss sie das Produkt einer Affäre gewesen sein und nun will er sie aufsuchen, um sich mit reichlich Verspätung um sie zu kümmern. Der andere, Gustave, ist ein Koch, armer Schlucker und trotz all seiner Fehler eigentlich ein gutmütig putziges Kerlchen. Er war Chloés Ziehvater und will nun wiedergutmachen, dass er sich einst über Unzuverlässigkeiten und die Trinkerei immer weiter von ihr entfernte. Als das ungleiche Duo in "Väter und andere Katastrophen" gemeinsam nach Bordeaux aufbricht, wo Chloé lebt, weiß Gustave noch nichts von der wahren Vaterschaft, Bernard nicht, wie er die Wahrheit ans Licht bringen soll, und das Töchterlein nicht, dass bald zwei Väter vor der Tür stehen. Sie veranstaltet stattdessen gerade ein Casting, denn sie ist auf der Suche nach einem Schauspieler, der sie bei der Hochzeit mit einem reichen Tennisprofi als Aushilfsvater zum Altar führt.

Es handelt sich schon um große Zufälle und eine sehr abenteuerliche Story-Konstruktion, mit der "Väter und andere Katastrophen" seine übersichtlich vertrackten Verwicklungen einfädelt, die sich über die Geheimnisse, Missverständnisse und Wissensvorsprünge im weiteren Verlauf so ergeben. Zwar stürmt Martin Valentes Film damit nicht gerade die Gipfel der Originalität. Mit einigen hübschen Einfällen und zwei hinreißend besetzten Vätern (Gérard Jugnot und Francois Berléand) reicht es aber allemal für eine unterhaltsam leichtfüßige Komödie, deren boulevardeske Komik immer wieder mit den ernsteren Augenblicken angereichert wird. Trotz aller Konflikte, Lügen und vergangener Verwundungen überwiegt allerdings stets die gute Laune, die durch die sonnendurchfluteten Bilder strömt, während der Film aufs unvermeidbare Happy End zusteuert. Und das geht nicht nur wirklich zu Herzen. Es wartet auch noch mit einer absolut hinreißenden Schlusspointe auf.
Sascha Rettig

(Un jour mon père viendra) Frankreich 2011, Regie: Martin Valente, Buch: Gianguido Spinelli, Martin Valente, mit Gérard Jugnot, François Berléand, Olivia Ruiz, Jamie Bamber Griffith u.a., o.A., 99 min, Kinostart: 3. Mai 2012 bei Camino

Foto: © Camino



Mehr Infos zu "Väter und andere Katastrophen"

"Un jour mon père viendra" - die offizielle Filmwebseite (französisch)
Die deutsche Webseite zu "Väter und andere Katastrophen"
Filminfos in der Internet Movie Database
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