American Pie: Das Klassentreffen

Tote Hose

Kinostart: 26.4.2012 | Sascha Rettig | Kommentar schreiben | Artikel drucken

Klassentreffen können deprimierende Veranstaltungen sein. Beim Abgleichen der Lebensentwürfe wird man schließlich schonungslos damit konfrontiert, was aus den eigenen Träumen, Idealen und Zielen in der Kollision mit der Wirklichkeit über die Jahre geworden ist. Um die 30 haben manche Frau, Mann und Kinder, andere nicht. Manche haben gute Jobs, andere nicht. Und bei manchen läuft es ein wenig runder, bei anderen eben nicht. Auch die Highschool-Clique um Jim, Kevin, Oz und Finch aus den "American Pie"-Filmen ist nun in dieser Lebensphase angekommen und trifft sich nach "American Pie - Jetzt wird geheiratet" (2003) zum vierten Mal in Urbesetzung, um das Einspielergebnis der ersten drei Teile von rund 750 Millionen Dollar weiter auszubauen.

Der Anlass ist ein großes Klassentreffen, und so wird also gefeiert und zwischendurch mal schmerzhaft bilanziert. Es wird manch alte Liebelei belebt und mit nostalgischen Gefühlen auf die gute alte Zeit zurückgeblickt. Außerdem tauchen neben den Deflorationshelden von einst noch weitere bekannte Gesichter auf: Chris Owen schaut kurz vorbei, Shannon Elizabeth bekommt ihren Auftritt als ehemalige Sexbomben-Austauschstudentin Nadia aus Osteuropa und Komiker Eugene Levy ist wieder als Jims Vater unterwegs. Der ist zwar inzwischen verwitwet, an der Vorliebe, seinen Sohn mit offenherzigen Sex-Problem-Gesprächen zu quälen, hat sich allerdings nichts geändert.

Auch sonst dreht sich selbst 13 Jahre nach dem ersten Hormonsprudel natürlich fast alles um Sex. Nur statt eines Vorzeitig-Ejakulations-Infernos oder das Versenken eines besten Stückes in einen Apfelkuchen sind die Probleme mittlerweile andere. So herrscht etwa bei Jim und Michelle, seit der Nachwuchs da ist, im Ehebett ähnlich tote Hose wie beim Humor von "American Pie: Das Klassentreffen". Das Regie-Duo Jon Hurwitz und Hayden Schlossberg begnügt sich nämlich in Sachen Gags mit der meist faden Variation des hinreichend Erprobten. Auch jenseits der 30 umarmen vor allem die Jungs ihren inneren Teenager und reiten dabei mäßig witzig auf der ewig ähnlichen Mischung aus Sexslapstick, Deftigzoten und Geschmacklosigkeiten herum. Stifler ist immer noch dasselbe nervtötende Großmaul und Jim steigt immer noch in jedes Sexpannen-Fettnäpfchen.

1999 hatte das durchaus noch einen gewissen Charme, wie sich die mit spürbarer Zuneigung entworfenen Highschool-Teens mit ihren sexuellen Herausforderungen beschäftigten und abstrampelten, um bis zum Ende der Schulzeit ihre Jungfräulichkeit zu verlieren. Dieser Charme ist inzwischen allerdings etwas auf der Strecke geblieben. Auch wenn auf den ersten Blick alles so wie früher scheint, ist es doch längst nicht mehr dasselbe. Wie das bei Klassentreffen eben so üblich ist.
Sascha Rettig

(American Reunion) USA 2012, Buch & Regie: Jon Hurwitz, Hayden Schlossberg, mit Jason Biggs, Alyson Hannigan, Chris Klein, Thomas Ian Nicholas, Tara Reid u.a., ab 12, 113 min, Kinostart: 26. April 2012 bei Universal

Foto: © Universal Pictures



Mehr Infos zu "American Pie: Das Klassentreffen"

"American Reunion" - die offizielle Filmwebseite (englisch)
Die deutsche Webseite zu "American Pie: Das Klassentreffen"
Filminfos in der Internet Movie Database
Mehr Artikel zu "American Pie: Das Klassentreffen" auf filmz.de





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