Türkisch für Anfänger

Schlag auf Schlag

Kinostart: 15.3.2012 | Anne Facompré | Kommentar schreiben | Artikel drucken

Die 19-jährige Lena (Josefine Preuß) und ihre Hippie-Mutter Doris (Anna Stieblich) sind grundverschieden. Während Doris ihre Tochter ständig zum Freidenken anregt und sie für verklemmt und spießig hält, findet Lena ihre offenherzige Mutter meist einfach nur peinlich. Als Doris ihre Tochter nach Thailand einlädt, schwant dieser schon Schlimmes und mit dem Sitznachbarn im Flugzeug hat sie auch nicht gerade das große Los gezogen: Der machohafte Deutsch-Türke Cem verstößt nicht nur gegen alle ihre emanzipierten Ideale, sondern macht auch noch seine Kopftuch tragende Schwester Yagmar nieder. Zu allem Überfluss stürzt das Flugzeug ab und die drei Jugendlichen landen zusammen mit dem Griechen Costa auf einer abgelegenen Insel. Hier begegnen sie nicht nur einheimischen Kannibalen und fürchten ums Überleben, sondern geraten auch persönlich aneinander. Den Teenies bleibt kaum etwas anderes übrig, als sich – trotz aller Gegensätze – miteinander zu arrangieren.

Die von Bora Dagtekin inszenierte Komödie basiert auf der gleichnamigen erfolgreichen ARD-Serie und auch die Figuren sind den Fernsehzuschauern nur allzu vertraut. Allerdings finden sich die Berliner Kids diesmal in einem ganz anderen Ambiente wieder und stellen fest, dass eine einsame Insel durchaus ihre Herausforderungen birgt. Das Schöne ist, dass man die Komödie auch ohne jegliche Vorkenntnisse genießen kann, Hintergrundwissen über die Serie ist hier vollkommen unnötig.

Obwohl das Konzept natürlich auf wackeligen Beinen steht und ein Flugzeugabsturz, bei dem alle gerettet und lediglich vier Jugendliche abgetrieben werden, mehr als unwahrscheinlich ist, macht der Film Spaß. Die Lacher kommen Schlag auf Schlag und sind geprägt von Selbstironie und popkulturellen Anspielungen. Der Film scheint sich selber nie zu ernst zu nehmen, was nicht nur angenehm ist, sondern das entspannte Zuschauen und die herzhafte Komik überhaupt erst möglich macht. Was hier realistisch ist und was nicht, bleibt Nebensache. Stattdessen wird sich konsequent auf wunderbar geschriebene Dialoge und die Differenzen der Gestrandeten konzentriert. Wenn der Geschichtsverlauf auch relativ voraussehbar und wenig originell ist, so ist der Weg dorthin doch herrlich komisch und der Film bietet Unterhaltung pur, die auch weitaus schlechter hätte ausfallen können.
Anne Facompré

Türkisch für Anfänger, Deutschland 2011, Regie: Bora Dagtekin, Buch: Bora Dagtekin, Andy Raymer, mit Josefine Preuß, Elyas M'Barek, Anna Stieblich, Adnan Maral, Pegah Ferydoni u.a., ab 12, 105 min, Kinostart: 15. März 2012 bei Constantin

Foto: © 2011 Constantin Film Verleih GmbH/Marco Nagel



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