Sex On The Beach

Ballermann auf Kreta

Kinostart: 2.2.2012 | Sascha Rettig | Kommentar schreiben | Artikel drucken

Was muss eine britische Komödie haben, damit sie mehrere Wochen lang die Spitze der Kinocharts besetzt und als erfolgreichste Komödie des neuen Jahrtausends über 50 Millionen Euro einspielt? Muss sie exzentrisch, absurd und bitterböse sein? Von wegen: Alles, was den Ruf des britischen Humors von Monty Python bis Ricky Gervais in den vergangenen Jahrzehnten prägte, wurde in der Teenager-Klamotte "Sex on the Beach" außer Kraft gesetzt. Stattdessen haben sich die Macher dieser Kinofortsetzung der erfolgreichen Brit-Teen-Sitcom "The Inbetweeners" eher Filme wie "American Pie" und "Porky's" zum Vorbild genommen.

Die Handlung verläuft dabei von Anfang an in klaren Bahnen und verweigert bis zum Jeder-hat-jemanden-Happy-End jegliche größere Überraschung: Die vier Freunde Will (Simon Bird), Neil (Blake Harrison), Simon (Joe Thomas) und Jay (James Buckley) haben ihre Schulzeit hinter sich gebracht und wollen in einer Partystadt auf Kreta zusammen richtig die Sau raus lassen. Doch das Hotel ist eine Bruchbude, das Geld schnell alle und mit den Frauen läuft es bei diesem Spezialistenquartett vom Supernerd bis zum Verpeilten auch nicht wirklich rund.

"Sex on the Beach" fügt dem strapazierten Genre überhaupt nichts Neues hinzu. Mit erstaunlich wenig nackter Haut im Bild dreht sich alles erwartungsgemäß um Sex, ums Saufen, um Spaß und letztlich auch um die Liebe. Der Humor bleibt dabei abgesehen von einigen schmerzhaften Peinlichkeiten und Abstechern in Kotze-Kacka-Regionen überwiegend im hormongesteuerten Autopiloten, während die Figuren hier gar nicht erst den Versuch unternehmen müssen, die engen Grenzen ihrer Typisierungen zu durchbrechen. Unabhängig davon hat "Sex on the Beach" aber nicht nur die coolste Uncooltanzszene seit langer Zeit. In seiner angeschrägten, sehr britischen Lädiertheit ist die klamaukige Verbalsexerei unter griechischer Sonne auch nie wirklich unsympathisch und bisweilen durchaus lustig – das passende Alter, die entsprechende Stimmungslage und eine Vorführung in der Originalversion vorausgesetzt.
Sascha Rettig

(The Inbetweeners Movie) Großbritannien 2011, Regie: Ben Palmer, Buch: Iain Morris, Damon Beesley, mit Simon Bird, Joe Thomas, James Buckley, Blake Harrison, Lydia Rose Bewley u.a., ab 16, 97 min, Kinostart: 2. Februar 2012 bei Universum

Foto: Verleih



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