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Arirang

Bekenntnisse eines Filmemachers

Kinostart: 26.1.2012 | Andreas Busche | Kommentar schreiben | Artikel drucken

Kim Ki-Duk

Kim Ki-Duk

"Arirang" handelt von einem erfolgreichen Regisseur, dessen Leben nach einem traumatischen Unfall aus den Fugen geraten ist. Eine Darstellerin entkam während der letzten Dreharbeiten nur knapp dem Tod. Diese Todeserfahrung hat den Regisseur zu einer radikalen Hinterfragung seiner künstlerischen Prinzipien gezwungen. Ans Filmemachen ist seitdem nicht mehr zu denken. Er zieht sich von Freunden und Mitmenschen zurück, haust drei Jahre wie ein Hund in einer Hütte ohne Toilette. Seine Depressionen ertrinkt er in Alkohol. Doch ganz ist der Filmemacher in ihm noch nicht abgestorben, auch wenn er die Gesellschaft anderer Menschen meidet. Also fasst er den Entschluss, einen Film über sich selbst zu drehen: in Form eines inneren Dialogs zwischen Mensch und Künstler.

Der Filmemacher, der sich in "Arirang" derartig therapiert, ist der international renommierte südkoreanische Regisseur Kim Ki-Duk. "Arirang" ist tatsächlich das erste Lebenszeichen Ki-Duks seit "Dream" von 2008. Damals hätte sich seine Hauptdarstellerin Lee Na-young bei einer Selbstmordszene beinahe erhängt. Ein Schock für das Enfant Terrible des koreanischen Kinos, in dessen Filmen es nicht gerade zimperlich zugeht. Ki-Duk verfiel in eine tiefe Depression. "Arirang" ist nun das schonungslose Selbstporträt eines Künstlers am persönlichen Tiefpunkt seiner Karriere. Ki-Duk schlüpft in verschiedene Rollen, stellt sein Weltbild mit unbequemen Fragen auf die Probe. Für Fans ist es interessant, den ansonsten eher schweigsamen Regisseur von einer anderen Seite zu erleben.

Wer mit Ki-Duks Filmen nicht vertraut ist, könnte von der Rohheit des Materials schockiert sein. "Arirang" durchläuft zahllose Gefühlsschwankungen. Meist blickt Ki-Duk dabei frontal in die Kamera, als wolle er das Publikum in seine Tour de Force hineinziehen. Das Volkslied "Arirang", das dem Film seinen Titel leiht, dient als Leitmotiv für seine Trauer. Doch je öfter er es anstimmt, desto wütender und verzweifelter wirkt Ki-Duk. Schließlich schreit er es fast hinaus. Wie nicht anders zu erwarten, verspricht "Arirang" keine Erlösung; Ki-Duk steigert sich regelrecht in eine Raserei. Am Ende schraubt er eine Waffe zusammen und steigt ins Auto. Selbst unter Ki-Duks radikalen Filmen nimmt "Arirang" eine Sonderstellung ein. Kompromissloser ist der Regisseur nie gewesen.
Andreas Busche

(Arirang) Dokumentarfilm, Südkorea 2011, Buch & Regie: Kim Ki-Duk, mit Kim Ki-Duk, OmU, 100 min, Kinostart: 26. Januar 2012 bei Rapid Eye Movies

Foto: Verleih



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