Im Weltraum gibt es keine Gefühle

Astronaut mit Asperger-Syndrom

Kinostart: 24.11.2011 | Stefan Stiletto | Kommentar schreiben | Artikel drucken

In seinem Raumschiff fühlt sich der Astronaut Simon sicher. Auch wenn es nicht größer ist als eine Tonne, so schützt es ihn doch vor all den anderen Menschen. Und mit diesen kann Simon durch das Asperger-Syndrom auch nichts anfangen. Vor allem ihre Gefühle sind ihm ein Rätsel. Eine enge Beziehung hat Simon nur zu seinem älteren Bruder Sam, der weiß, was Simon braucht und der dessen Vorliebe für Formeln, klare Regeln und vor allem Kreise versteht. Doch Simon stellt auch die Beziehung zwischen Sam und dessen Freundin Frida auf eine harte Probe, bis Frida schließlich entnervt ihre Sachen packt. Sam verfällt in Depressionen und plötzlich funktioniert in Simons Alltag nichts mehr wie bisher. Immerhin gibt Frida Simon schließlich den entscheidenden Tipp: Sollen sie sich doch ein anderes Mädchen suchen! Mit einem Fragebogen macht Simon sich also auf die Suche nach einer passenden neuen Freundin für seinen Bruder.

Mit den richtigen Formeln könnte das Leben so einfach sein. Wären da nicht diese widerspenstigen Gefühle, die sich einfach nicht in Gleichungen übertragen lassen. Mit einer verspielten Inszenierung und schönen visuellen Einfällen versetzt uns die schwedische Komödie in den Kopf von Simon und zeigt uns diese andere Welt. Dabei gelingt es Andreas Öhmann, die Sichtweise eines jungen Mannes mit Asperger-Syndrom auf Augenhöhe darzustellen, ohne aus seiner Geschichte einen Betroffenheitsfilm zu machen. Vor allem aber nutzt er Simons Perspektive, um einen Blick darauf zu werfen, wie seltsam Menschen sich eigentlich verhalten, wie sie denken, fühlen und ihr Leben gestalten. Durch die Augen von Simon erfahren wir hier ein weiteres Mal, wie widerspenstig die Liebe ist und wie verlockend, aber auch liebenswert-naiv der Glaube, alles erklären zu können. Sich deshalb vor dem Chaos in einer Tonne zu verstecken, hilft allerdings auch nichts.
Stefan Stiletto

(I rymden finns inga känslor) Schweden 2010, Regie: Andreas Öhmann, Buch: Andreas Öhman, Jonathan Sjöberg, mit Bill Skarsgård, Martin Wallström, Cecilia Forss, Sofie Hamilton u.a., 90 min, Kinostart: 24. November 2011 bei Arsenal Filmverleih

Foto: ©Verleih



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