Garage Days

We will, we will rock you!

Kinostart: 26.2.2004 | Ernst Kramer | Kommentar schreiben | Artikel drucken
Der Australier Alex Proyas hat uns in den 90ern mit den Düsterfilmen "The Crow" und "Dark City" beglückt. Vorwiegend dreht er Werbung und Musikvideos. Sein längstes Musikvideo, "Garage Days", ist nun im Kino zu sehen: Das Leben als Musiker in Sydney ist hart: Sänger Freddy und seine Rockband Giant Squid (Riesenkrake) versuchen verzweifelt, Gigs an Land zu ziehen. Aber das Geschäft läuft schlecht. Nebenbei dreht sich das Beziehungskarussell so schnell, dass sich bald alle verkracht haben. Aber der fest an den Erfolg glaubende Freddy schafft es, den Manager der angesagten Band Sprimps zu überreden, zu einem ihrer Auftritte zu kommen ...
"Garage Days" ist eine rasante, comicbunte Farce über die Amateur-Rockszene, vollgestopft mit visuellen Gimmicks, Nebenhandlungen und universellen Wahrheiten, etwa dass Musiker unbeirrbar an die Klasse ihrer eigenen Musik glauben. Was nicht unbedingt der Wahrheit entsprechen muss, wie man gerade bei Giant Squid nach und nach erfahren darf. Proyas zeigt dennoch viel Sympathie für seine um musikalische Anerkennung kämpfenden Figuren. Die mega-erfolgreichen Pimps und ihr Manager werden zum Beispiel konsequent als koksgeladene Zyniker beschrieben. Viel Raum nehmen die ständigen Beziehungsspielchen innerhalb der Band ein. Jeder steigt mal mit jedem ins Bett, eine Schwangerschaft kommt ins Spiel, der bandeigene Manager (toll: Brett Stiller) wird entlassen und nach einem Heulkrampf als Roadie wieder eingestellt. Von Zeit zu Zeit forscht Proyas gar nach seinen Wurzeln als Düster-Film-Experte. Gitarrist Joe lebt in seiner eigenen Wahnwelt, in der er emotionale Beziehungen zu Babymelonen und imaginierten Gothic-Schönheiten pflegt. "The Sixth Sense" lässt schön grüßen.

Seit "Trainspotting" darf auch die impressionistische Drogenerfahrung in einem Film für junge Leute nicht fehlen. Unter der Überschrift "Fun with Drugs" werden die Auswirkungen der gelegentlich von Drummer Bruno ausgeteilten beziehungsweise untergejubelten Pillen gezeigt. Da wird dann gefressen, gesoffen und gereihert, was das Zeug hält, Wahnvorstellungen und Gefährdung des Straßenverkehrs inklusive. Obwohl daran wirklich nichts zum Nachahmen einlädt, präsentiert sich der kollektive Drogenrausch als sehr unterhaltsam. Mit "Garage Days" hat sich Alex Proyas den Traum erfüllt, seine Vergangenheit in der Rockszene Sydneys zu verfilmen. Keine Sekunde vergeht ohne Action, ohne euphorisierenden Soundtrack, ohne schnelle und meist sehr witzige Dialoge. Das ist dann aber letztlich auch das Problem des Films - weniger wäre hier mit Sicherheit mehr gewesen.
Ernst Kramer

Garage Days, Australien, USA 2002, Regie: Alex Proyas, Buch: Dave Warner, Alex Proyas, Michael Udesky , mit Kick Gurry, Maya Stange, Pia Miranda, Russell Dykstra, Brett Stiller, Chris Sadrinna, Andy Anderson, Marton Csokas, Yvette Duncan, Tiriel Mora, Holly Brisley, Matthew Le Nevez, Kinostart: 26. Februar 2004 bei 20th Century Fox

Foto: Verleih


www.garagedaysthemovie.com
Website zum Film (englisch)
www.garagedays.de
Website zum Film (deutsch)
www.imdb.de
Infos zum Film in der Internet Movie Database
www.filmz.de
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