X-MEN: Erste Entscheidung

Stolze Mutanten

Kinostart: 9.6.2011 | Ingrid Beerbaum | Kommentar schreiben | Artikel drucken

Im Jahr 1962 sind die als ältere Herren und Erzfeinde bekannten Mutanten Professor X und Magneto noch Freunde. Niemand weiß offiziell von der Existenz von Mutanten. Ausgerechnet die sollen aber die Welt vor einem drohenden Atomkrieg bewahren, den der gewissenlose Fiesling Sebastian Shaw (Kevin Bacon) anzetteln will. Dieser ist Magneto bestens bekannt, wie ein langer Prolog ausführt. Zwanzig Jahre zuvor hat dieser als Wissenschaftler und Nazi seine Mutter erschossen und aus dem kleinen jüdischen Jungen Erik Lensherr mit außergewöhnlichen Fähigkeiten sein Versuchsobjekt gemacht. Zur gleichen Zeit wächst der telepathisch veranlagte Charles Xavier behütet auf und befreundet sich mit der Gestaltwandlerin Raven. Die ist auch später dabei, als er erste Erfolge als Hirnforscher feiert und damit die CIA auf sich aufmerksam macht, denn Bösewicht Shaw ist selbst ein Mutant und hat eine illustre Schar Gleichgesinnter um sich geschart, die die Regierungen der Supermächte gehörig ins Schwitzen bringt. Nun soll Xavier mithilfe der Telepathie andere, gute Mutanten finden, sie trainieren und so schlicht die Welt retten. Erik ist auch einer von ihnen.

Die Autoren haben viel Sorgfalt darauf verwendet, diese Vorgeschichte auf die eigentliche Story der X-Men abzustimmen. So ist die anfängliche Freundschaft und das spätere Zerwürfnis von Xavier (James McEvoy) und Erik (Michael Fassbender) dank der wunderbaren Schauspieler glaubhaft, ebenso wie Magnetos durch permanente Demütigungen und Rachegelüste motivierte Entwicklung zum Menschenfeind. Einigen bekannten Figuren wie der späteren Mystique – Raven (Jennifer Lawrence) – oder dem blauen Hank McCoy (Nicholas Hoult) begegnen wir ebenso wie neuen Gesichtern, so dem Teleporter Azazel oder der kristallinen Augenweide Emma Frost (January Jones). Inszenatorisch und auch visuell ist Vaughns Vorliebe für die alten Bond-Streifen unverkennbar. Bacons Figur, der sich im Original auch im Deutschsprechen versucht, ist ein Schurke alter Schule, und die ersten Mutantenhilfsmittel wie Xaviers Cerebro verströmen noch unfertigen 1960er-Charme. Der unvermeidliche Showdown am Ende, der die Spaltung der Mutanten in zwei Lager endgültig macht, dürfte nach dem eher psychologischen Plot aber auch die Action-Fans wieder zufrieden stellen. Und selbst, wer sich im X-Men-Universum nicht auskennt, wird gut und sogar mit Botschaft unterhalten: "Be mutant, be proud!" Denn ein bisschen Mutant steckt doch in jedem.
Ingrid Beerbaum

(X Men-First Class) USA 2011, Regie: Matthew Vaughn, Buch: Jane Goldman, Ashley Miller, Zack Stentz, Matthew Vaughn, mit James McEvoy, Michael Fassbender, Jennifer Lawrence, Nicholas Hoult, January Jones u.a., 131 min, Kinostart: 9. Juni 2011 bei 20th Century Fox

Foto: ©Verleih



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