Rapunzel - Neu verföhnt

Entfesselter Teenager

Kinostart: 9.12.2010 | Stefanie Zobl | Kommentar schreiben | Artikel drucken

Das Original von den Brüdern Grimm kommt mit wenig Aufwand und Personal aus: Es gibt da die Eltern, die namensgebende Tochter, die böse Hexe, den Prinzen sowie den Turm, in dem die Schöne mit dem langen Haar ausharren muss. Diese Konstellation ist auch bei Disneys neuestem Animationsfilm mit dabei. Dazu fährt das "Traumstudio" aber noch ein ganzes Arsenal an neuen Figuren und Schauplätzen auf. Denn das moderne Rapunzel, wegen der Zauberkräfte seiner Haare als Kleinkind entführt und in den abgelegenen Turm gesperrt, bleibt nicht brav dort sitzen und wartet auf die Befreiung. Nein, dieses Mädchen will raus, mit aller Macht. Die erste Gelegenheit – der gut aussehende, aber ziemlich eitle und idiotische Dieb Flynn Rider, der sich vor Verfolgern auf der Flucht in Rapunzels Turm verschanzen will – ergreift sie ohne zu Zögern. Sie will unbedingt die Lichter, die jedes Jahr an ihrem Geburtstag in den Himmel schweben, aus der Nähe sehen.

Das Abenteuer kann also beginnen. Dafür, dass die junge Frau ihr ganzes Leben lang völlig isoliert war, ist sie erstaunlich fit. Sie ist es, die ihrem vermeintlichen Befreier Flynn immer wieder aus der Patsche hilft. Und Gefahren gibt es viele. Abgesehen von der albernen Barbiepuppenästhetik der Hauptfigur hat Disney eine ziemlich witzige und furiose Variante des Märchen-Klassikers mit etlichen Seitenhieben auf die Verkorkstheit der Erwachsenen und einigen originellen Charakteren geschaffen – der eigentliche Held dieser Geschichte ist beispielsweise der bis aufs Blut für Gerechtigkeit und das Gute kämpfende Palasthengst Maximus – zum Brüllen! Selbst die 3D-Effekte zeigen einen weiteren Fortschritt im Vergleich zu anderen 3D-animierten Filmen aus diesem Jahr wie beispielsweise "Toy Story 3" oder "Sammys Abenteuer". Absoluter Höhepunkt, der selbst Erwachsene zu Tränen rühren vermag, sind die abertausenden von schwebenden Lampions, die Rapunzels Eltern für ihre verschwundene Tochter in die Nacht steigen lassen. Schon allein wegen dieses visuellen Eindrucks sollte man sich den Film nicht entgehen lassen.
Stefanie Zobl

(Tangled), Animationsfilm, USA 2010, Regie: Nathan Greno, Byron Howard, Buch: Dan Fogelman, nach den Brüdern Grimm, 100 min, Kinostart: 9. Dezember 2010 bei Disney

Foto: Verleih



http://adisney.go.com
Website zum Film (englisch)
www.disney.de/rapunzel
Website zum Film (deutsch)
www.imdb.de
Infos zum Film in der Internet Movie Database
www.filmz.de
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