Piranha 3D

Kleine fiese Biester

Kinostart: 14.10.2010 | Jörg Buttgereit | Artikel drucken
Prähistorische Piranhas sind durch einen Unterwassererdrutsch aus einer unterirdischen Höhle befreit worden und stören spärlich bekleidete Bikinischönheiten bei Komasaufen und Sex. Dass die 3D-Effekte von "Piranha 3D" dank ausgefeilterer Technik und ruckelfreier Digitalprojektion heute mehr überzeugen als die Kopfschmerz verursachenden unscharfen Unterwassereskapaden von "Der Weiße Hai 3D" anno 1983, versteht sich von selbst. Doch "Piranha 3D" ist einer der wenigen Filme der aktuellen 3D-Welle, bei denen diese immer noch billig anmutende Effekthascherei tatsächlich "Sinn" macht. Er ist konsequent zu Ende gedachtes Jahrmarktkino, in dem es nur um die schnelle Befriedigung rudimentärer Triebe geht.

Der Franzose Alexandre Aja hat einen amerikanischen Film gemacht, der konsequent die blutigen Versprechen wahr macht, die auf den reißerischen Filmplakaten billiger Tier-Horror-Schocker wie "Piranhas" (1978) versprochen wurden. Es ist bemerkenswert, mit wie viel Witz sich Aja, sonst bekannt für toternste Horrorfilme wie "High Tension" oder das Remake von "The Hills Have Eyes", in dieses nicht unbedingt originelle Franchise-Projekt stürzt. Er legt eine kurzweilige, auf zynische Weise sexistische und vorsätzlich triviale Splatter-Orgie von überdurchschnittlichem Unterhaltungswert vor. Ein bitterböser Seitenhieb auf die Spaßkultur.
Jörg Buttgereit

Piranha 3D, USA 2010, Regie: Alexandre Aja, Buch: Pete Goldfinger, Josh Stolberg, mit Elisabeth Shue, Adam Scott, Jerry O'Connell, Kelly Brook, Ving Rhames u. a., ab 18, 87 min, Kinostart: 14. Oktober 2010 bei Kinowelt

Foto: Verleih



www.piranha3d.de
Website zum Film (deutsch)
www.imdb.de

Infos zum Film in der Internet Movie Database
www.filmz.de

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