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Nachdem das Regie-Duo Friedberg/Seltzer sämtliche ihrer Meinung nach parodiebedürftigen Genres ("Date Movie", "Meine Frau, die Spartaner und ich") verulkt hat, haben sich die beiden die Twilight-Verfilmungen vorgenommen und lassen auch diesmal keinen noch so miesen Kalauer aus.
Wer die ersten beiden Twilight-Filme kennt, findet sich sofort in der Beilight-Persiflagewelt zurecht. Der Plot folgt ziemlich genau den Vorlagen, teilweise sind sogar Kameraeinstellungen 1:1 übernommen. Aus Hauptfigur Bella Swan wird Becca Crane (Jenn Proske), die sich immerzu hektisch die Haare aus dem Gesicht streicht und an der Unterlippe nagt, eine gelungene Bella-Parodie. Die zieht zu ihrem lüsternen und leicht unterbelichteten Vater in das schöne Städtchen Sporks, wo "Vampire Weekend" im Pub auftreten und die "Vampire Diaries" Schullektüre sind. Glücklicherweise trifft sie nach einigen fiesen Mobbereien auf Edward (Matt Lanter), der hier mit Nachnamen Sullen (zu Deutsch: mürrisch) heißt und schon mal mit Lockenwicklern in Beccas Mädchenzimmer erscheint – das Haar muss schließlich sitzen. Rivale im Liebesdreieck Jacob (Chris Riggi) hat nicht nur auf dem Kopf ziemlich viele Haare. Ansonsten klappt es mit der Verwerwolfung noch nicht so richtig – vor einem Chihuahua hat niemand Angst.
"Beilight" heißt übrigens im Original viel treffender und doppeldeutig "Vampires Suck", denn, ja, Vampire saugen, und sie nerven auch viele. Was passiert, ist also relativ klar, und wem die Verulkungsmechanismen vertraut sind, kann sich ausrechnen, welche Handlungsstränge wie, nun ja, ausgeschlachtet werden. Popkulturelle Querverweise gibt es en Masse, und keine Plattitüde ist so platt, dass sie nicht doch angebracht wird, wie der Moment, in dem Jacob seinen Vertrag vorzeigt, nach dem er alle zehn Minuten seine Obertrikotagen ausziehen muss. Beim Familienessen mit den Sullens fließt Beccas Blut in wahren Sturzbächen und das böse Wander-Vampirtrio wird schon mal mit den Black Eyed Peas verwechselt. Tatsächlich unterhaltsam sind die betont schlechten, mit pseudowissenschaftlichen Eigenanalysen der Figuren angereicherten Dialoge, die im näselnden Ton diverser Teenager-Serien vorgetragen werden. Sowohl humorvolle Twilight-Fans als auch Verächter der Vampirstorys werden ihren Spaß haben. Etwas weniger Pennälerhumor (außer Kontrolle geratene Körperfunktionen) und mehr (beißender) Sarkasmus könnten aber nicht schaden.
Ingrid Beerbaum
(Vampires Suck) USA 2010, Buch & Regie: Jason Friedberg, Aaron Seltzer, mit Matt Lanter, Jenn Proske, Chris Riggi, Ken Jeong, Diedrich Bader u. a., 95 min, Kinostart: 9. September 2010 bei 20th Century Fox
Foto: Verleih