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Sich auf einer Party zu bekiffen und zu besaufen, gibt eher selten den Inspirationskick für die ganz großen Ideen. Stattdessen wacht man am nächsten Morgen verkatert auf und wundert sich, was um Himmels Willen man sich da bloß ausgedacht hat. So ungefähr passiert es auch in Lynn Sheltons zweitem Spielfilm "Humpday", in dem zwei Männer gemeinsam einen Porno für das Amateur-Porno-Filmfest Humpfest drehen wollen. Ben, der freiheitsliebende Abenteurer, und Andrew, der sich in seiner Familien-Vorort-Existenz mit seiner Ehefrau bequem eingerichtet hat: Die beiden sind eigentlich nicht nur seit vielen Jahren gute Kumpel, die sich nach langer Zeit mal wieder getroffen haben. Sie sind auch hetero, was aus dem Vorhaben allerdings – so versichern sie sich immer wieder gegenseitig – subversive Kunst machen soll.
Shelton setzt auf eine weitestgehend realitätsnahe Inszenierung mit einfachsten Mitteln: ohne künstliches Licht, mit natürlich wie uneitel aufspielenden Hauptdarstellern und einer Kamera, die sich durch das überwiegend improvisierte dialogische Geschehen wackelt. Es wird viel geredet in "Humpday". Ja, vor allem wird geredet. Und manchmal auch etwas zu viel. Doch mit ihrer Herangehensweise, die sich so nah am Leben bewegt, unterläuft die Filmemacherin nicht nur Komödienkonventionen. Sie lässt dabei auch die komischen Augenblicke ohne geplante Situationskomik und vorgeschriebene Pointen aus der Ausgangslage und der Interaktion der drei Protagonisten entstehen.