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Im zarten Alter von sieben Jahren hat Jungregisseur Marvin Kren in der elternfreien Wohnung George A. Romeros 1968 entstandenen Zombie-Klassiker "Die Nacht der lebenden Toten" im Fernsehen gesehen. Die albtraumhaften Bilder von wandelnden Toten, die nach Menschenfleisch gieren, hat Kren jetzt in seinem Debutfilm "Rammbock" in das Berlin von hier und heute verlegt. Michael ist extra aus Wien gekommen, um seiner Exfreundin Gabi den Wohnungsschlüssel wiederzubringen. Insgeheim hofft er noch auf eine Versöhnung. Doch ein Virus hat aus Heizungsmechanikern, Polizisten und der Oma von nebenan blutrünstige Zombies gemacht, die mit Schaum vor dem Mund durch Gabis Wohnung taumeln.
Was vom "Kleinen Fernsehspiel" des
ZDF sicher als gewagter Vorstoß in vom öffentlich rechtlichen Fernsehen noch unerforschte Horrorfilmgefilde gemeint ist, ist popkulturell natürlich längst Schneematsch von vorgestern. Seit Jahren haben sich die brutalen Pizzagesichter der Zombies im Mainstreamkino und unzähligen Videospielen etabliert. Der von Romero seinerzeit unterschwellig mit Sozialkritik unterfütterte Zombiefilm ist heute so untot wie seine Protagonisten/innen. Mit neuen Ideen oder Deutungsmöglichkeiten halten Kren und sein Autor Benjamin Hessler sich bei ihrer Neuinterpretation leider zurück. Dennoch ist ihre Berliner Zombieapokalypse eine nette kleine (63 Minuten) Fingerübung, der es gelingt, das ausgelutschte Zombie-Genre in die Realität und Banalität des deutschen Alltags einbrechen zu lassen. Da macht es fast gar nichts, dass "Rammbock" rund 40 Jahre zu spät kommt.
Jörg Buttgereit Rammbock, Deutschland,
Österreich 2010, Regie: Marvin Kren, Buch: Benjamin Hessler, mit Michael Fuith, Theo Trebs, Anka Graczyk, Emily Cox, Andreas Schröders u. a., ab 16, 63 min, Kinostart: 9. September 2010 bei Filmgalerie 451
Foto: Verleih
www.rammbock-film.deWebsite zum Film
www.filmportal.deInfos zum Film auf filmportal.de
www.imdb.deInfos zum Film in der Internet Movie Database
www.filmz.deMehr Artikel zum Film