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Verlobung auf Umwegen

Heiraten statt streiten

Kinostart: 9.9.2010 | Philipp Bühler | Artikel drucken

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Die romantische Vorstellung, die sich Amerikaner/innen von Irland machen, verdankt sich einer gemeinsamen Geschichte und Dutzenden von Filmen. Insofern ist die alberne Story von "Verlobung auf Umwegen" unbedingt plausibel: Die erfolgreiche Bostoner Innenarchitektin Anna (Amy Adams) folgt ihrem Freund nach Dublin, um ihm dort einen Heiratsantrag zu machen. Denn nach uraltem irischen Brauch, hat sie irgendwo aufgeschnappt, gilt an jedem 29. Februar – also nur alle Schaltjahre – das Prinzip der Damenwahl. Leider hat in Irland selbst noch kein Mensch von der Tradition gehört. Leider kommt sie auch nie in Dublin an, sondern strandet aufgrund typisch irischen Wetters auf der anderen Seite der grünen Insel.

Wie das alles weitergeht, ist mit dem ersten Auftritt von Kneipenwirt Declan (Matthew Goode) sonnenklar. Der erdige Ire und die zielstrebige Amerikanerin können sich nicht leiden – nach allen Gesetzen der romantischen Komödie sind sie damit schon ein Paar. Gegen eine Menge Geld willigt er denn auch ein, Anna in seinem klapprigen Renault 4 nach Dublin zu bringen, was zu den üblichen Schwierigkeiten einer "Liebe mit Hindernissen" führt: Kühe versperren den Weg, der Wagen gibt den Geist auf; vor altmodischen Wirtsleuten müssen sie sich als Ehepaar ausgeben, um überhaupt ein Bett zu bekommen. Der damit einhergehende kulturelle Schlagabtausch – rückständige Iren gegen arrogante Amerikaner – bleibt nicht folgenlos. Denn was sich so streitet, liebt sich auch irgendwann.

Die totale Vorhersehbarkeit ist keine Schwäche, sondern die Stärke des Films. Statt sinnlosem Nervenkitzel geht es hier, wie in den klassischen Hollywood-Vorbildern, um die gekonnte Ausfüllung der Form. Die gelingt Regisseur Anand Tucker vor allem dank einer gut harmonierenden, sympathischen Besetzung, Amy Adams ("Julie und Julia") und Matthew Goode ("Match Point") sieht man einfach gern zu. Und die wunderschönen Landschaften sowie das Bild der rauf- und trinklustigen Iren hält nur für ein Klischee, wer noch nie dort war (wobei manche Iren/innen behaupten, sie inszenierten das nur für die Touristen). Dass hingegen Amerikanerinnen nichts anderes im Kopf haben als die schnellstmögliche Eheschließung, ist natürlich wirklich nicht mehr als ein böses Klischee.
Philipp Bühler

(Leap Year), USA, Irland 2010, Regie: Anand Tucker, Buch: Harry Elfont, Deborah Kaplan, mit Amy Adams, Matthew Goode, Adam Scott, John Lithgow, Kaitlin Olson, Peter O'Meara u. a., 100 min, Kinostart: 9. September 2010 bei Kinowelt

Foto: Verleih


www.universalpictures.com/leapyear
Website zum Film (englisch)
www.verlobung.kinowelt.de
Website zum Film (deutsch)
www.imdb.de
Infos zum Film in der Internet Movie Database
www.filmz.de
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