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Das Leben ist zu lang

Rundumschlag

Kinostart: 26.8.2010 | Stefan Stiletto | Artikel drucken

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Einer dieser komplizierten deutschen Filme würde die Zuschauer/innen erwarten, sagt die Stimme von der Leinwand. Einer dieser Filme für ein pingeliges deutsches Kinopublikum, das Wert auf die perfekte Schärfe und die richtige Lautstärke legt. Und dann geht die Geschichte von Alfi Seliger los, dem erfolglosen jüdisch-deutschen Regisseur von 51 Jahren in der Schaffens- und Lebenskrise. Er treibt sich auf Partys herum, auf denen keiner seinen Namen kennt, und plant ein Projekt über den Karikaturenstreit, der 2005 durch eine dänische Tageszeitung ausgelöst wurde, die sich in Cartoons über den Propheten Mohammed lustig gemacht hat. Eine Komödie soll dieser Film werden. Der Titel: Mo-ha-ha-med. Als die Finanzierung trotz globaler Finanzkrise steht, bricht Alfies Leben zusammen. Krebs, Trennung von der Frau, und dann: die bittere Erkenntnis, dass er nur die Hauptfigur in einem Film von Dani Levy ist.

Es ist eindeutig zu viel, was Levy sich in seinem selbstreflexiven Rundumschlag über Pressefreiheit, Tabus und Künstlerkrise vorgenommen hat. Erst beutelt er seine Hauptfigur wie einst seinen religionsabtrünnigen Protagonisten in "Alles auf Zucker!", dann schwenkt er um auf jene doppelbödigen Filme wie "Die Truman-Show", in dem die eigene Existenz und Authentizität plötzlich in Frage steht und brüchig wird. All dies passt nicht zusammen und die Gags versacken nach und nach auf erstaunlich niedrigem Niveau inklusive Blähungswitz. Am Ende fragt man sich, was peinlicher ist: ein Regisseur, der so selbstverliebt über das Kino, die eigene Identität und den Sinn des Lebens nachdenkt, oder Veronica Ferres, die kläglich am Nachahmen eines osteuropäischen Akzents scheitert. Die Warnung vom Anfang des Films war also berechtigt: Es ist wieder einer dieser komplizierten deutschen Filme. Irgendwoher muss das Klischee ja kommen.
Stefan Stiletto

Das Leben ist zu lang, Deutschland 2010, Regie und Buch: Dani Levy, mit Markus Hering, Meret Becker, Veronica Ferres, Hannah Levy, Hans Hollmann, Yvonne Catterfeld, 86 min, Kinostart: 26. August 2010 bei X-Verleih

Foto: Verleih


www.daslebenistzulang.x-verleih.de
Website zum Film
www.filmportal.de
Infos zum Film auf filmportal.de
www.imdb.de
Infos zum Film in der Internet Movie Database
www.filmz.de
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