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Gaspar Noé bemüht sich bislang mit jedem seiner Filme, den Ruf des radikalen Enfant Terrible nicht zu verlieren. Denn ohne Provokation und Skandal geht bei dem Argentinier ganz offensichtlich nichts: Bereits sein Erstling "Menschenfeind" über einen aus dem Knast entlassenen, gesellschaftshassenden Metzger war ein filmischer Schlag vor den Kopf, hart und nachdröhnend. Der darauf folgende, rückwärts erzählte "Irreversible" legte dann noch einmal kräftig nach und es darauf an, mit intensiven Gewaltszenen und einer ausgiebig gezeigten Vergewaltigung mit Monica Bellucci als Opfer zu schockieren. Dermaßen drastisch geht Noé mit "Enter the Void" nun nicht vor. Seine sexuellen Kinogrenzübertretungen hat er diesmal deutlich zurückhaltender eingestreut – aber es gibt sie auch hier.
Inspiriert vom Tibetanischen Totenbuch deutet der Titel auf das Zwischenstadium hin, durch das die Seele eines Menschen treibt, der gerade gestorben ist. In diesem Fall handelt es sich um die Seele eines jungen amerikanischen Dealers namens Oscar (Nathaniel Brown), der mit seiner Schwester in Tokio lebt. Nach wenigen Minuten liegt er allerdings plötzlich tot in der Toilette des Clubs "The Void". Bei einem missglückten Deal wurde er von der Polizei erschossen und seine Seele löst sich aus seinem Körper.