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Rumpe und Tuli, das kann man nicht anders sagen, sind zwei seltsame Gefährten. Der eine ist ein alter Knacker mit riesigem Kassengestell, Wollmütze und blauem Plüschgesicht. Der andere sieht aus wie eine gestrickte Karotte mit großen Glubschaugen und verkniffenem Gesichtsausdruck. Während die "Muppet"-ähnliche Handpuppe Rumpe immer alles besser weiß, besteht Tuli hauptsächlich aus einem übergestreiften Socken und ist sich für dumme Fragen nicht zu schade. Kurz gesagt, die beiden sind nicht nur Nervensägen, sie gehen sich auch gehörig gegenseitig auf den Geist.
Bisher waren die beiden Kreaturen des Kölner Puppenfilm-Kollektivs PuppetEmpire hauptsächlich im Internet zu sehen und haben dort eine kleine Fangemeinde um sich herum versammelt. Was Rumpe und Tuli nun in der Kinoversion umtreibt, ist kein simples Frappucchino-Gelüst (wie in der Karnevalsfolge im Netz), sondern ein handfester Mietrückstand. Vom Schrottsammeln über abstrakte Kunst bis zur Agentur für Arbeit versuchen die beiden Freunde alles Mögliche, um irgendwie an Geld zu kommen.
Ähnlich wie in den kurzen Clips online schicken die "Rumpe & Tuli"-Schöpfer Samy Challah, Till Nachtmann und Stefan Silies die zwei auch fürs Kino durch das Köln des kleinen Mannes. In mal mehr, mal weniger improvisierten Szenen stellen sie Passanten unerwartete Fragen oder sie besuchen verschiedene Personen, die sich selbst darstellen – etwa einen Rocker mit grauer, filziger Mähne, einen nerdigen Videotheksangestellten, ein paar hübsche Mädels. Einzig Ulrich Noethen, in einer kleinen Nebenrolle Therapeut, und Komikerin Annette Frier als seine geldsüchtige Patientin sind professionelle Schauspieler.
Rumpe und Tulis Begegnungen leben vom spontanen Witz und der subtilen Gesellschaftskritik, die beim Clash der aufsässigen Puppen und der gespreizt agierenden Laiendarsteller/innen entstehen können. Oftmals jedoch verpuffen die Szenen einfach im Nichts. Wirklich Interessantes und Witziges entsteht in diesem Film nicht, außer dass Stimme, Sprache und Ticks der beiden Puppen auf spaßige Weise gut getroffen sind. Deshalb kann man "Rumpe &Tuli" trotzdem irgendwie mögen, vor allem als Freund liebenswert selbstgebastelter Trashfilme.
Marguerite Seidel
Rumpe und Tuli, Deutschland 2010, Regie & Buch: Samy Challah, Till Nachtmann, Stefan Silies, mit Annette Frier, Ulrich Noethen, Vesna Buljevic, Adolf Strauss, Horst-Peter Lehmann, 87 min, Kinostart: 26. August 2010 bei Real Fiction
Foto: Verleih
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