Toy Story 3

Die wollen nur spielen

Kinostart: 29.7.2010 | Jenni Zylka
3D-Film: College-Junge Andy spielt nun fast schon lieber mit Mädchen als mit Woody, Buzz Lightyear & Co. Und so werden seine Lieblingsspielzeuge von einst ausrangiert und landen in einer Kita.
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Was passiert mit Spielzeug, wenn sein Besitzer aus dem Astronauten-und-Cowboy- ins Mädchen-und-College-Alter entwächst? Andys Lieblingsspielsachen Woody, Buzz Lightyear, der ängstliche Dino Rex und die anderen Plastikcharaktere eruieren verschiedene Alternativen. 1.: Eventuell darf man mit ins College. 2.: Man zieht in einen blauen Plastiksack auf dem Dachboden um und wartet darauf, dass Andy oder ein Andy-Nachfahre einen wieder braucht. Oder 3.: die schreckliche Mülldeponie. Doch weil nur Woody einen Platz im College-Koffer ergattert und seine Freunde durch eine Verwechselung aus Versehen ganz woanders, nämlich in der Spendenkiste für eine Kita landen, schließt die mutigste Cowboypuppe der Welt sich ihnen an, und so gelangt das "Toy Story"-Ensemble in den Kindergarten Sunnyside Daycare. Schnell stellen die zunächst höchsterfreuten Spielzeuge fest, dass der "Raupenraum" (für die fiesen, tolpatschigen und ruppigen Kleinstkinder) ein komplett anderer Schnack als der harmonische "Schmetterlingsraum" ist und dass nicht nur der Zustand als Krabbelgruppenfutter Gefahren birgt: Der Kindergarten steht unter der brutalen Kontrolle einer mafiös organisierten Gang aus vom Leben enttäuschten Spielzeugen. Woody muss seine Leute raushauen, nach bewährter Caper-Manier mit einem ausgeklügelten Plan, damit der miese Pate des Kindergartens, der Erdbeerbär Lots-o'-Huggin, sie nicht zu Ministeck verarbeiten lässt.

Auch diese Geschichte lebt vom ausgelassenen und individuellen Charme der Figuren, dem unfassbaren Ideenreichtum ihrer Entwickler und den unbegrenzt scheinenden CGI-Möglichkeiten. Das Thema des Verlusts der Jugend, der Unschuld und den damit einhergehenden verbitterten Antagonisten macht "Toy Story 3" trotz fantastischer Farben und Spitzengags dunkler und ernster. Die Fallhöhen sind zu hoch, die Geschichte ist zu dramatisch – es geht nicht nur einmal um Leben und Tod –, als dass kleine Kinder sie problemlos weggucken könnten. "Toy Story 3" wirkt, als sei er nicht mehr für den kleinen, sondern für den großen Andy gemacht. Aber der wird sich bestens amüsieren, wenn er nur ein Fitzelchen Albernheit mit in die Juvenilität gerettet hat.
Jenni Zylka

Toy Story 3, Animationsfilm, USA 2010, Regie: Lee Unkrich, Buch: Michael Arndt, 103 min, Kinostart: 29. Juli 2010 bei Disney

Foto: Disney/Pixar


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http://disney.go.com/toystory
Website zum Film (englisch)
www.disney.de/toystory
Website zum Film (deutsch) 
www.imdb.de
Infos zum Film in der Internet Movie Database
www.filmz.de
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