Karate Kid

Kung-Fu fürs Leben

Kinostart: 22.7.2010 | Michael Brake | Kommentar schreiben | Artikel drucken

Nun sind im Remake-Business also die Teenager-Streifen der 1980er dran: Das "Karate Kid"-Original avancierte 1984 zum Kultfilm und war mitverantwortlich für einen Boom ostasiatischer Kampfsportarten in den USA und Westeuropa. Unvergessen auch, wie Mr. Miyagi mit seinen Essstäbchen eine Fliege fängt. Die Neuinszenierung hält sich sehr ans Original: Wieder zieht ein Einzelkindsohn mit seiner Mutter in eine fremde Stadt. Wieder wird er dort regelmäßig von den Schulschlägern verprügelt, wobei er wieder den Fehler begeht, ausgerechnet mit einer Freundin des Schulschlägeranführers anzubandeln. Wieder trifft er einen geheimnisvollen Hausmeister, der ihn in das Geheimnis des Karate einweist (Geheimnis: nicht wild zuschlagen, sondern die innere Balance finden). Und wieder stehen sich am Ende Einzelkindsohn und Schulschlägeranführer beim großen Kampfsportturnier gegenüber.

Einzige echte Neuerung und tatsächlich gelungener Drehbuchkniff: Statt nach Kalifornien erfolgt der Umzug dieses Mal nach China. So wird der Fremdfühl-Charakter für den Jungen noch höher und nebenbei kann ein halbwegs authentischer Blick auf das aktuelle Peking geworfen werden. Wenn man noch ein wenig überhöhen möchte, kann man diese Änderung auch als Ausdruck der in den letzten 26 Jahren deutlich verschobenen Balance zwischen den USA und Asien sehen – wo im Original noch der Asiate als Hausmeister in den Staaten jobbt, flüchtet nun die US-Mummy aus dem maroden Detroit, um einen Job in einer Pekinger Autofabrik anzutreten.

Nicht mitgenommen wurde der leicht B-Movie-hafte Charme des Originals, das Remake ist eine Hochglanzproduktion: üppige Bilder, viele Außendrehs, Hubschrauberaufnahmen von der chinesischen Mauer, dazu mit Will-Smith-Sohn Jaden Smith und Martial-Arts-Legende Jackie Chan ein kleines Staraufgebot. Zusätzlich wurde alles auf unverständliche 140 Minuten aufgebläht – die Überlänge soll wohl seriös wirken, aber genau eine anrührende Szene und noch zwei, drei lustige Momente in zweieinhalb Stunden sind irgendwie doch zu wenig. Einzig durch das punktgenaue Spiel von Jackie Chan als Hausmeister mit Fusselbärtchen wird der Film halbwegs gerettet. Einen neuen Karate-Boom wird er aber wohl kaum auslösen.
Michael Brake

(The Karate Kid) USA 2010, Regie: Harald Zwart, Buch: Christopher Murphey, mit Jackie Chan, Jaden Smith, Taraji P. Henson, Han Wen Wen, Yu Rongguang u. a., 140 min, Kinostart: 22. Juli 2010 bei Sony Pictures

Foto: Verleih


www.sonypictures.com/movies/thekaratekid
Website zum Film (englisch)
www.karatekid-film.de
Website zum Film (deutsch)
www.imdb.de
Infos zum Film in der Internet Movie Database
www.filmz.de
Mehr Artikel zum Film
www.kinofenster.de
Filmbesprechung auf kinofenster.de





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