Endlich weiß man, warum der amerikanische Filmemacher Kevin Smith nach seinem großartigen Debüt "Clerks" (1994) aufgehört hat, gute Filme zu drehen: Sein Geist ist in den Körper des griechischen Regisseurs Filippos Tsitos eingefahren! Dessen wundervoll trockene Slacker-Komödie "Kleine Wunder in Athen“ um einen alternden Schwerenöter, dessen Mutter nach einem Schlaganfall plötzlich anfängt, Albanisch zu sprechen, ist jedenfalls ein zutiefst Smitheskes Meisterwerk des skurrilen Alltagshumors. An wenigen, stets wiederkehrenden Schauplätzen situiert, erzählt der Film die Geschichte eines Mannes, der seine Identität verliert und einen Bruder findet.
Stavros betreibt einen Kiosk in der Athener Innenstadt. Seine Tage plätschern relativ ereignislos dahin, abgesehen von gelegentlichen Straßenfußballspielen mit seinen Kumpels passiert nicht viel. Er kümmert sich um seine alte Mutter und trauert einer verlorenen Liebe hinterher. So könnte es eigentlich ewig weitergehen, doch eines Abends, als Stavros nichts ahnend nach Hause kommt, sitzt ein fremder Mann, der auch noch Albaner ist – und Albaner kann Stavros überhaupt nicht leiden – an seinem Tisch. Zu allem Überfluss behauptet seine Mutter auch noch, dieser Mann sei sein Bruder. Was folgt, ist eine langsame Annäherung der beiden ungleichen Männer, die einander eigentlich nicht sonderlich gut leiden können, jedoch einen Weg finden müssen, irgendwie mit der Situation umzugehen.