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Marmaduke

Plappernde Vierbeiner

Kinostart: 15.7.2010 | Christian Horn | Kommentar schreiben | Artikel drucken

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Der titelgebende Held aus "Marmaduke" spricht dank Christian Ulmen (im Original dank Owen Wilson) mit seinen Artgenossen sowie dem Publikum – und ist eine dänische Dogge. Im Grunde sagt das schon recht viel über den neuen Film von Tom Dey ("Shang-High Noon"), denn im Kino gibt es in gewisser Weise nur zwei Tierarten: die schweigsamen und die sprachbegabten, wobei vornehmlich Letztere Hauptrollen bestreiten. Insbesondere Hunde nehmen hier eine herausragende Stellung ein – kleine und große, liebenswerte oder gar schelmische Vierbeiner: Alles ist vertreten und macht im regelmäßigen Turnus Kasse.

Auch die übrigen Stars aus "Marmaduke" sind wortgewandte Hunde. Mit diesem Rüstzeug imitieren Drehbuch und Inszenierung eine typische High-School-Komödie amerikanischer Prägung: Der Hundespielplatz ersetzt das Schulgebäude, den heißesten Jungen der Schule vertritt der kräftige Rasse-Kampfhund Rocco, der Beverly – die flotteste Hündin der Gegend – zur Freundin hat. Marmaduke schließlich ist nach dem Umzug seiner Familie von Kansas nach Kalifornien der Neue an der Schule. Schnell geraten er und Rocco aneinander und es ist ein Glück für unseren Tollpatsch, dass die Außenseiter-Bande um Lucy (Nora Tschirner) sich seiner annimmt. Die Mischlingshündin kann Marmaduke nämlich auffallend gut riechen – doch der sucht den Erfolg bei der angesagten Beverly und vergisst über der neuen Anerkennung seine alten Freunde. Aber dann wendet sich das Blatt, denn schließlich handelt "Marmaduke" von wahrer Freundschaft und davon, dass man sich treu bleiben und auf seine Freunde und Familienmitglieder achten soll.

Symptomatisch für Filme mit sprechenden Hunden ist neben dem komödiantischen Einschlag vor allem das große, in seinem Resultat fatale Vertrauen, dass die meisten Filmemacher in ihre tierischen Attraktionen setzen. Da machen auch Tom Dey und seine beiden Drehbuchautoren keine Ausnahme – weder die Geschichte noch die Inszenierung entwickeln Eigenständigkeit: "Marmaduke" führt lediglich altbekannte Erzählmuster ins Feld und verlässt sich völlig auf seinen Hunde-Bonus, der aber nicht allzu lange vorhält.

Weil die eigentliche Geschichte so schrecklich vorhersehbar ist, beschränkt der Spannungsbogen sich meist auf einzelne Sequenzen, die Tom Dey in einer immer rasanter werdenden Abfolge präsentiert und in einem dämlichen Surf-Wettbewerb für Hunde eng führt. Dabei fängt "Marmaduke" recht schwungvoll an – schade, dass der Dogge bei dem ganzen Geplapper so schnell und nachhaltig die Puste ausgeht.
Christian Horn

(Marmaduke) USA 2010, Regie: Tom Dey, Buch: Tim Rasmussen, Vince Di Meglio, mit Judy Greer, William H. Macy, Lee Pace, David Walliams, Michael Teigen u. a., 88 min, Kinostart: 15. Juli 2010 bei 20th Century Fox

Foto: Verleih


www.themarmadukemovie.com
Website zum Film (englisch)
www.marmaduke-derfilm.de
Website zum Film (deutsch)
www.imdb.de
Infos zum Film in der Internet Movie Database
www.filmz.de
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