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Vergebung

Alles hat ein Ende

Kinostart: 3.6.2010 | Andreas Resch | Kommentar schreiben | Artikel drucken

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Was lässt sich noch sagen über Stieg Larssons "Millennium"-Trilogie, was noch nicht gesagt worden wäre? Dass der vor bald sechs Jahren verstorbene schwedische Autor mit mehr als fünfzehn Millionen verkauften Büchern der derzeit erfolgreichste Schriftsteller weltweit ist, ist jedenfalls inzwischen ebenso zum Gemeinplatz geworden wie der Verweis darauf, dass es schon lange keine so abgründige Kinofigur mehr gegeben hat wie die von Noomi Rapace verkörperte Underground-Hackerin Lisbeth Salander. Sowohl Larssons Bücher als auch deren Verfilmungen sind der optimistisch stimmende Beweis, dass Mainstream und erzählerische Kompromisslosigkeit keine einander ausschließenden Gegensätze sein müssen.

Jetzt kommt mit "Vergebung" der abschließende Teil der Trilogie in die Kinos, in dem endlich sämtliche Erzählfäden zusammenlaufen. Lisbeth Salander – nach einem Mordanschlag ans Krankenhausbett gefesselt und deshalb weitgehend handlungsunfähig – wird weiterhin von ihrem Widersacher Zala bedroht und zudem vom Geheimdienst schwer belastet. Weshalb ihr Partner, der Journalist Mikael Blomqvist (Michael Nyqvist), zunächst vor allem damit beschäftigt ist, Lisbeths Unschuld an der ihr angelasteten Ermordung ihres Vormunds Niels Bjurman zu beweisen. Da Salander über weite Strecken des Films nicht aktiv ins Geschehen eingreifen kann, haben die Filmemacher Blomqvist die Journalistenkollegin Erika Berger (Lena Endre) zur Seite gestellt, während Lisbeth juristischen Beistand durch Mikaels Schwester Annika (Annika Hallin) erhält.  

Wie die beiden Vorgänger überzeugt "Vergebung" durch eine souverän ausgetüftelte Dramaturgie und eine atmosphärische Dichte, die vor allem durch den undurchdringbaren Charakter seiner geheimnisumwobenen Protagonistin entsteht. Was "Vergebung" von seinem Vorgänger "Verdammnis" unterscheidet, ist die Qualität der szenischen Auflösung – also die Unterteilung der Szenen in unterschiedliche Kameraeinstellungen –, die den Film im Gegensatz zum zweiten Teil der Trilogie, der visuell aufgrund seiner matten Fernsehästhetik nicht allzu originell daherkam, auch auf der Bildebene zu einem höchst ansprechenden Kinoerlebnis werden lässt.
Andreas Resch

(Luftslottet som sprängdes) Schweden, Dänemark 2008, Regie: Daniel Alfredson, Buch: Jonas Frykberg, Ulf Ryberg nach dem gleichnamigen Roman von Stieg Larsson, mit Michael Nyqvist, Noomi Rapace, Annika Hallin, Per Oscarsson, Lena Endre, Peter Andersson, Jacob Ericksson u. a., ab 16, 146 min, Kinostart: 3. Juni 2010 bei NFP

Foto: Yellow Bird Pictures, Foto Knut Koivisto


www.vergebung-derfilm.de
Website zum Film (deutsch) 
www.imdb.de
Infos zum Film in der Internet Movie Database
www.filmz.de
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