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Kaum ein anderer mittelalterlicher Mythos wurde für Kino und Fernsehen wohl derartig ausgequetscht wie Robin Hood. Seitdem 1912 der erste Stummfilm entstand, haben unzählige Verfilmungen unzählige Interpretationen geliefert und das Bild dieser Figur nachhaltig geprägt: als romantischen Gesetzlosen mit großem Gerechtigkeitssinn und edlen Rächer für das Volk, der in den Wäldern von Nottingham die Reichen überfiel, um seine Beute dann unter den Armen zu verteilen. Errol Flynn hat ihn ebenso verkörpert wie Kevin Costner oder Sean Connery als alter Robin Hood in "Robin und Marian". Meist waren es natürlich Abenteuer mit Pfeil und Bogen, immer wieder aber auch Persiflagen um Männer in Strumpfhosen oder Zeichentrickfilme, ja selbst ein Musikfilm war dabei. Was kann Ridley Scott da noch an diesem Stoff so interessiert haben, um eine weitere Robin-Hood-Geschichte zu erzählen?
Um der Geschichte dennoch einen neuen Dreh zu geben, hat der "Gladiator"-Regisseur nun so etwas wie ein Prequel inszeniert. Basierend auf einem mehrfach umgeschriebenen Drehbuch, das letztlich von Brian Helgeland vollendet wurde, zeigt er mit Russell Crowe seine Version dessen, wie aus Robin Longstride Robin Hood wurde. Scotts "Robin Hood" holt dafür etwas weiter aus und legt eine Vielzahl von Handlungssträngen aus. Der Film setzt ein bei einer Schlacht, bei der Robin – hier von Crowe mit wenig Ausstrahlung verkörpert – noch unter Richard Löwenherz gegen die Franzosen kämpft. Als dabei nicht nur der König, sondern auch Sir Robert Loxley von Pfeilen tödlich getroffen werden, setzt das eine Reihe von Ereignissen in Gang: Um die Nachricht von Loxleys Tod zu überbringen, sucht Longstride die Witwe Lady Marion Loxley (Cate Blanchett) und deren Vater (Max von Sydow) auf. Dadurch wird er mit seiner eigenen Vergangenheit konfrontiert und nimmt sich zum Ziel, mit seinen Mitstreitern gegen die Ungerechtigkeiten des neuen Königs John in England zu kämpfen. Der unerfahrene, aber rücksichtslose Grünschnabel saugt mit Hilfe des Sheriffs von Nottingham das eigene Volk aus und stürzt es ins Elend. Im Glauben, der König würde sich an die versprochenen Verbesserungen für das Volk halten, verbündet sich Robin aber letztlich sogar mit ihm gegen die angreifenden Franzosen und deren austernschlürfenden König.
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