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Mit dir an meiner Seite

Überdosis Süßstoff

Kinostart: 29.4.2010 | Alexandra Seitz | Kommentar schreiben | Artikel drucken

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Machen wir’s kurz: "Mit Dir an meiner Seite" von Julie Anne Robinson ist Zeit- und Geldverschwendung. Vor dem Besuch dieses "Films" wird hiermit eindringlich gewarnt. Selbst eingefleischten Fans des Teenie-Starlets Miley Cyrus – die sich in der Hauptrolle als Schauspielerin im dramatischen Fach versucht und auf ganzer Linie mit Aplomb scheitert – dürfte es Schwierigkeiten bereiten, die schier unendlichen 107 Minuten dieses drögen und faden Machwerks unbeschadet zu überstehen.

"Mit Dir an meiner Seite" entstammt der Feder des vielbeschäftigten Groschenroman-Schreibers Nicholas Sparks, dessen unselige, eskapistisch-melodramatische Schmonzetten seit nunmehr zehn Jahren von Hollywood treudoof adaptiert werden, weil sie in Form von musikalisch-kolportagehaften Montagen derart gut zu Popcorn, Cola und Trailer-Rolle passen, dass mitunter gar kein Unterschied auffällt. Im vorliegenden Fall verlief der Produktionsprozess allerdings umgekehrt: Sparks schrieb das Drehbuch zu "Mit Dir an meiner Seite" gemeinsam mit dem bis dato nicht weiter unangenehm aufgefallenen Jeff Van Wie und ließ danach erst die Romanversion folgen – nicht, dass es die auch noch gebraucht hätte. Robinson wiederum inszeniert das Cyrus-Vehikel mit der Routiniertheit der TV-Regisseurin, die sie ist, und bietet die ganze ästhetische Finesse einer Lindenstraßen-Episode auf, um Leuten mit der Aufmerksamkeitsspanne einer Twitter-Nachricht die Zeit zu vertreiben.

Die Geschichte übrigens kreist um ein rebellisches Girlie namens Ronnie (Cyrus), das während der Ferien beim Vater in dessen schickem Strandhaus seine große Liebe namens Will kennen lernt; dargestellt vom ebenbürtig talentlosen Liam Hemsworth. Sodann passiert so allerhand; Pack schlägt sich, Pack verträgt sich. Familiäre Konflikte werden gelöst, erste Beziehungskrisen werden bewältigt. Kleine süße Meeresschildkröten schlüpfen, wackeln tapfer über den Strand in Richtung Meer und spielen bei der Gelegenheit alles und jeden an die Wand. Leider geht es danach aber wieder mit der Geschichte weiter. Jemand muss sterben, weil das bei Sparks so üblich ist. Am Ende wird dann noch ein Lied gesungen und die Überlebenden sinken sich in die Arme. Erschöpft und stumpfen Blickes verlassen die Zuschauer/innen den Kinosaal und es wird eine Weile dauern, bis sie sich von dieser Überdosis an Süßstoff und künstlichen Aromen erholt haben.
Alexandra Seitz

(The Last Song) USA 2010, Regie: Julie Anne Robinson, Buch: Nicholas Sparks, Jeff Van Wie, mit Miley Cyrus, Liam Hemsworth, Greg Kinnear, Kelly Preston, Bobby Coleman u. a., 107 min, Kinostart: 29. April 2010 bei Disney

Foto: Verleih


touchstone.movies.go.com/thelastsong
Website zum Film (englisch)
www.mit-dir-an-meiner-seite.de
Website zum Film (deutsch) 
www.imdb.de
Infos zum Film in der Internet Movie Database
www.filmz.de
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