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LowLights

Nachtgestalten

Kinostart: 29.4.2010 | Ingrid Beerbaum | Kommentar schreiben | Artikel drucken

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Tadas' Leben in Vilnuis ist nicht gerade aufregend. Ein langweiliger Versicherungsjob, eine Frau, der er nichts mehr zu erzählen hat, denn sie arbeitet in der gleichen Firma. Die Wohnung ist ein einziges Chaos, seitdem die Handwerker mit dem bereits gezahlten Vorschuss abgehauen sind. Da trifft er seinen alten Schulkameraden Linas wieder, der ihm nicht nur die Wohnung renovieren will. Zuerst nimmt er ihn aber mit auf einen nächtlichen Trip durch die Stadt. "Night Driving" heißt das Ritual, bei dem man sich mit dem Auto treiben lässt, immer nur zwei Liter im Tank. Höhepunkt ist der "Neustart", bei dem man auf freier Strecke die Luft anhält und die Scheinwerfer ausmacht. Auf ihrem Trip begegnen ihnen andere "Nachtgestalten" wie ein russischer Kleindealer oder auch eine geheimnisvolle Unbekannte, die sich zu den beiden gesellt und Tadas wohl vertraut ist. Er ist nur zu verblüfft, um Linas zu sagen, dass die Schöne seine Frau Laura ist. Schnell findet er aber Gefallen an diesem Spiel, das der eingeschlafenen Beziehung einen neuen Kick geben wird.

Selten genug finden litauische Filme überhaupt den Weg in die deutschen Kinos. "LowLights", das Spielfilmdebüt von Ignas Miškinis, hat es auch nur Dank deutscher Beteiligung geschafft. In seiner durchaus gelungenen Mischung aus Beziehungsdrama und Roadtrip erzählt er von entfremdeten, aber (noch) nicht gescheiterten Großstadtbewohnern/innen. Linas' Ritual ermöglicht es aber auch, die Stadt und ihr nächtliches Treiben an so gesichtslosen Orten wie Tankstellen kennen zu lernen: Hier treffen sich Kleinkriminelle, Nachtraser mit ihren hochfrisierten Kisten und andere Subkulturen. In der Abgeschlossenheit des Autos hingegen richtet sich der präzise Blick auf das Wechselspiel in der neuen, kurzzeitigen Dreierbeziehung, wo mal der eine, mal der andere in der Gunst Lauras zu stehen scheint und die dieses Spiel genüsslich auskostet. Doch die Nacht währt nicht ewig, und ob das Erwachen am Morgen danach wirklich böse oder vielleicht auch ein Neustart ist, darf jeder selbst entscheiden.
Ingrid Beerbaum

(Artimos Šviesos) Litauen, Deutschland 2009, Buch & Regie: Ignas Miškinis, mit Dainius Gavenonis, Julia Maria Köhler, Jonas Antanelis, Juri Padel, Jörg Reimers u. a., 94 min, Kinostart: 29. April 2010 bei 3L

Foto: Verleih


www.lowlights-derfilm.de
Website zum Film (deutsch)
www.filmportal.de
Infos zum Film auf filmportal.de
www.imdb.de
Infos zum Film in der Internet Movie Database
www.filmz.de
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