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Coco Chanel & Igor Stravinsky

Liebe unter Künstlern

Kinostart: 15.4.2010 | Ingrid Beerbaum | Kommentar schreiben | Artikel drucken

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Affären zwischen historisch relevanten A-Prominenten sind immer einen Roman, wenn nicht einen Film wert. Falls es sich dabei noch um einflussreiche Künstler handelt, ist auf jeden Fall ein gewisser Schauwert garantiert. So ist es auch hier.

In Jan Kounens Adaption eines Romans von Chris Greenhalgh treffen zwei radikale Erneuerer ihres Genres aufeinander – Coco Chanel und Igor Strawinski.

Als dessen Meisterwerk, das Ballett "Le Sacre du Printemps", in Paris 1913 uraufgeführt wird, sitzt Chanel (Anna Mouglalis) im Publikum. Er ist ein junger, gefeierter Komponist, sie schickt sich an, die Modewelt auf den Kopf zu stellen. Amüsiert beobachtet sie die Entrüstung der Pariser Gesellschaft über das unglaublich moderne Ballett und interessiert sich eigentlich mehr für den Mann, der das provozierende Stück geschrieben hat. Sieben Jahre später ist sie eine gefeierte, wohlhabende Frau und Stravinski (wunderbar zurückhaltend: Mads Mikkelsen) ein mittelloser Flüchtling vor der Russischen Revolution, der mit seiner kranken Frau und den Kindern in einer feuchten Pariser Absteige haust. Davon berührt, bietet sie der Familie an, übergangsweise in ihr Chalet außerhalb der Stadt zu ziehen, wo der Komponist in Ruhe an neuen Stücken arbeiten kann. Äußerst zögerlich nimmt die Familie das Angebot an. Die Kinder genießen den großen Garten, Stravinski komponiert und seine Frau beobachtet mit immer größerer Sorge, wie es zwischen ihrem Mann und Chanel knistert. Einen Sommer lang wird die Affäre dauern – eine von vielen in beider Leben.

Nach der furiosen Inszenierung des Balletts fällt die eigentlich kleine Affäre, die hier zu einem Drama aufgebläht ist, ein wenig ab. Außerdem scheint mitunter die schwelgerische Art-Deco-Ausstattung die Hauptsache zu sein. Nach dem erotischen Knall gibt es nicht mehr viel zu sagen. Glücklicherweise hat Kounen (39,90) ein wunderbares Schauspielerensemble verpflichten können, das das Interesse an der Geschichte wachhält. Und eigentlich ist das nur angedeutete, symbiotische Verhältnis zwischen Stravinski und seiner todkranken Frau Catherine (Elena Morozova), ohne die er nicht komponieren kann, viel spannender. Aber die ist nicht berühmt.
Ingrid Beerbaum

(Coco Chanel & Igor Strawinski) Frankreich 2009, Regie: Jan Kounen, Buch: Chris Greenhalgh nach seinem Roman, mit Anna Mouglalis, Mads Mikkelsen, Elena Morozova, Natacha Lindinger, Grigori Manoukov u. a., 120 min, Kinostart: 16. April 2010 bei PA CO

Foto: Verleih


www.chanelstravinsky.de
Website zum Film (deutsch)
www.imdb.de
Infos zum Film in der Internet Movie Database
www.filmz.de
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