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Die Grabeskirche in der Jerusalemer Altstadt ist einer der seltsamsten Orte der Welt. Die Kirche wurde im Jahre 325 auf den vermutlichen Plätzen von Kreuzigung, Begräbnis und Wiederauferstehung von Jesus Christus errichtet. Seitdem ist ein unübersichtlicher Wildwuchs aus mehreren Dutzend heiligen Orten, Kapellen, Gängen und Grabstätten entstanden, der von sechs verschiedenen Konfessionen verwaltet wird. Diese Gruppen feiern ihre Feste und ziehen in Prozessionen durch die Kirche, kommen sich in die Quere und streiten sich, bisweilen auch handgreiflich, während sich die Massen der Touristen/innen durch die Sehenswürdigkeit wälzen und Pilger/innen aus aller Welt um Erlösung beten.
Filmemacher Hajo Schomerus musste gar nicht viel mehr tun, als die absurde und unübersichtliche Situation abzufilmen, ein paar Mönche und Priester zu interviewen und das zu einem Kaleidoskop des christlichen Glaubens zu montieren. Unüberwindbare Gräben verlaufen zwischen lila Roben und braunen Kutten, zwischen Apostolen und Kopten, Armeniern und Franziskanern, Syrern und Äthiopiern, zwischen Orthodoxen und Katholiken. Überwinden kann sie niemand, den Protagonisten/innen bleibt nur noch Galgenhumor: "Die Schönheit der Kirche", sagt der Franziskaner-Mönch Jay, "ist ihre Vielfalt."
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