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Anvil! Die Geschichte einer Freundschaft

Metal-Träume

Kinostart: 11.3.2010 | Thomas Winkler | Kommentar schreiben | Artikel drucken

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Sie ist beeindruckend, die Breitseite an Rockstars, die zu Beginn aufgeboten wird: Slash hat mal bei Guns'n'Roses Gitarre gespielt, Lars Ulrich ist Schlagzeuger von Metallica, Tom Araya singt bei Slayer und sie alle vereint die Bewunderung für eine Band. Anvil, so die übereinstimmende Meinung der Heroen, seien Pioniere gewesen, eine großartige, eine wegweisende Band. Nur leider hat kaum jemand jemals von ihnen gehört. Denn, so formuliert es Lemmy Kilmister von Motörhead: "Sie waren nicht am richtigen Ort zur richtigen Zeit. Das ist alles."

"Anvil! Die Geschichte einer Freundschaft" erzählt die Geschichte einer Band, die sich 1973 in Toronto gründete, Anfang der 80er-Jahre auf dem Sprung zu einer großen Karriere schien und dann einfach Pech hatte. Anvil bereiteten den Boden für eine ganze Welle an Thrash-Metal-Bands, deren Mitglieder heute Millionäre sind, sie selbst aber verschwanden wieder in der Versenkung – obwohl sie mittlerweile dreizehn Alben veröffentlicht haben.

Sacha Gervasi, früher einmal Roadie bei Anvil, geht dieser tragischen Geschichte nach. Er spürt die einzigen verbliebenen Gründungsmitglieder, Gitarrist Steve "Lips" Kudlow und Schlagzeuger Robb Reiner, in Kanada auf, folgt ihnen zu ihren Brotjobs als Bauarbeiter und Lieferant, begleitet sie zum Vorstellungsgespräch bei Plattenfirmen und ins Studio, wo sie ein weiteres Album aufnehmen, mit dem sie endlich den Durchbruch schaffen wollen.

Es ist eine Reise in einen Traum, auf die uns Gervasi mitnimmt. Ein Traum, der immer wieder enttäuscht wird von arroganten Plattenfirmenmitarbeitern, unfähigen Möchtegernmanagerinnen oder schlicht vom mangelnden Erfolg. Ein Traum, den die Protagonisten aber trotzdem nicht aufgeben wollen. Warum auch, fragt Gitarrist Kudlow: "Ich sehe das so: Es kann eh nicht schlimmer werden. Und wenn es doch schlimmer wird, dann habe ich es wenigstens versucht."

Kudlow und Reiner dabei zuzusehen, wie sie versuchen, ihren Traum doch noch zu verwirklichen, das ist mal sehr komisch, mal peinigend, immer mal wieder tragisch und schlussendlich sehr bewegend. Man wird dieses Jahr kaum einen Film sehen, der einen so rühren wird wie dieser hier. Versprochen. Und dazu muss man noch nicht mal Heavy-Metal-Fan sein.
Thomas Winkler

(Anvil! The Story of Anvil) Dokumentarfilm, USA 2008, Buch & Regie: Sacha Gervasi, mit Steve "Lips" Kudlow, Robb Reiner, G5, Ivan Herd, Chris Tsangarides u. a., OmU, 80 min, Kinostart: 11. März 2010 bei Rapid Eye Movies

Foto: Verleih


www.anvilthestoryofanvil.com
Website zum Film (englisch)
www.anvil-derfilm.de
Website zum Film (deutsch) 
www.imdb.de
Infos zum Film in der Internet Movie Database
www.filmz.de
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