
Image 24831
Wenn man sich landläufige deutsche Geheimagenten anguckt, dann weiß man, warum man amerikanische braucht. Jerry Cotton ist genau so ein Fall: Der in der jungen Bundesrepublik erdachte, ursprünglich als Persiflage auf die US-Groschenheft-Kultur geplante Spion hat Mut, Wumme und ordentlich Schlag bei den Frauen. George Nader, der Cotton in acht durchaus ernst gemeinten, aber niedlich trashigen Kinoverfilmungen der 1960er verkörperte, hatte die dazu nötige Souveränität: Rock Hudsons langjähriger Geliebter, der fast lebenslang "in the closet" bleiben wollte, nimmt man den eisenharten, coolen FBI-Agenten sofort ab.
Nun also Christian Tramitz. Er spielt unter dem "
Neues vom Wixxer"-Regieduo Cyrill Boss und Philipp Stennert den toughen Agenten und kann ohnehin nur mit dem punkten, was er auch sonst zu bieten hat: Humor. Leider haben Boss & Stennert ihm aber genau das versagt. Der neue Jerry Cotton ist nie lustig, sondern immer nur klamaukig, die Ideen sind nie mutig, sondern immer nur spießig, und die Story ist nie spannend, sondern scheißegal. Dass Christian Ulmen mit seiner sympathischen, größer werdenden Nähe zum körperlichen und inhaltlichen Format eines Heinz Erhardt es auch nicht schafft, die in Bild, Schnitt, Musik und Tricks reichlich überkandidelte Nummer irgendwie zu einem einigermaßen souveränen Ende zu schaukeln, ist schade. Und so saufen auch die paar tatsächlich lustigen Gags in der Fülle ab, etwa Ulmens anfangs lustige Asiaten-Parodie oder Cottons typische "Ich hatte seit 89 Stunden nicht geschlafen"-Ansage.
Jenni ZylkaJerry Cotton, Deutschland 2009, Buch & Regie: Cyrill Boss, Philipp Stennert, mit Christian Tramitz, Christian Ulmen, Mónica Cruz, Christiane Paul, Heino Ferch u. a., 100 min, Kinostart: 11. März 2010 bei Constantin
Foto: Verleih
www.jerrycotton.film.deWebsite zum Film (deutsch)
www.filmportal.deInfos zum Film auf filmportal.de
www.imdb.deInfos zum Film in der Internet Movie Database
www.filmz.deMehr Artikel zum Film
Kommentare
Dein Kommentar